Am Donnerstag, den 22.April 2004 fuhr ich mit Pedro de las Terrenas nach Arroyo Barril, um vor Ort einige Fotos zu machen und eventuell etwas mehr von den Menschen über den Umweltskandal zu erfahren.

Im Eingangsbereich der Hafenanlage, auf dessen Grund die Giftmüllhalde deponiert sein sollte, trafen wir drei freundliche Herren beim Nichtstun, wovon einer ein bewaffneter Wachmann war. Auf die freundliche Frage, ob wir den Pedros Jeep hier parken dürften und wo den der Giftmüll zu besichtigen sei, lächelte er freundlich zurück und wies uns den Weg.

Es war nicht zu übersehen,

eine meterhohe Halde war direkt beim absolut verdreckten Strand aufgeschüttet worden.

Durch die Starken Regenfälle der letzten Zeit konnte man sehr gut sehen, wo das Regenwasser ganze Arbeit geleistet hatte und die Rockash in die Baya von Samana spülte.

Hier sieht man das Desaster genauer.

Was das für die Umwelt und für das Meer bedeutet, kann man sich nun vorstellen. Es ist eine Zeitbombe, die dort schon seit Jannuar tickt.

Den Leuten, die im Hafen arbeiten, hat man versichert, das Rockash absolut harmlos wäre und sie wunderten sich, das sich überhaupt Leute für das Zeug interessieren würden.

Zum Teil lag der Giftmüll auch direkt am Strand und wird dort von den Wellen überspült.

Was das für die Wale bedeutet, die alljählich in die Baya de Samana zur Paarungszeit kommen, kann man sich nun auch vorstellen. Anscheinend wurde der Fischereibetrieb zum Teil schon eingestellt. Speziell in Sanchez leben hunderte von Fischern vom Camarones Fang (Riesengarnelen). Auch deren Existenz ist bedroht.

Das Hafengebäude

Im Ort selber hatte man von dem Giftmüll keine Ahnung. Die Menschen leben zum Teil direkt neben der Halde, die lediglich durch eine Mauer vom Ort getrennt ist.

Im Spital von Samana sollen mehrere Personen mit Hautauschlag und Atembeschwerden behandelt werden. Wir werden dem aber noch genauer nachgehen.

Nachtrag

Am Donnerstag, den 27. Mai 2004 waren wir wieder vor Ort, weil in einem Forum angekündigt wurde, das ein weiterer Frachtkahn aus Puerto Rico mit 6000 Tonnen Rockash in Samana ankommen solle. Da wir wussten, das die Schiffe aus Puerto Rico immer am Donnerstag kamen, würde es auch diesmal so sein.

Es war kein Schiff im Hafen und nachdem wir uns nach dem Hafenmeister erkundigt hatten und ihn fanden und zu diesem Thema ansprachen, versicherte er uns, das keine weitere Rockash in Samana gelöscht würde. Dies sei eine Order vom Umweltamt; man lese und staune....

Die Stimmung in Arroyo Barrill hatte sich geändert. Die Menschen sind sauer auf die Regierung, fühlen sich betrogen und wollen lieber heute wie morgen, das der Giftmüll wieder verschwindet.

Links

Samana Forum Umweltskandal: http://www.carookee.com/forum/samana-forum
Domrep Forum Umweltskandal: http://www.domrep.ch/forum/viewtopic.php?t=284&start=75
DR1 Forum Umweltskandal (engl.): http://www.dr1.com/forums/showthread.php?p=202050
Linksammlung: