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Zur Playa Fronton zu Fuss....  Rumble through the Jungle….

Auch diese neue Tour ist nur mit persönlichem Einsatz machbar - sprich, hier wird gewandert! Im Gegensatz zur Tour an die Playa Majagua / Jackson ist diese neue Exkursion mit echtem körperlichem Einsatz verbunden. Sprich, das ist kein Spaziergang. Der Ausgangspunkt für diese Tour ist das Nasenloch des Teufels, ein hier schon öfters beschriebenes Naturphänomen in einer höchst unwirklichen Samana Landschaft. Ich behaupte mal, es handelt sich um die wildeste Landschaft im begehbaren Teil von Samana. Ähnlich mag es am Cabo Cabron sein, jenem Teil von Samana der sich gegenüber von Las Galeras auf dem ins Meer ragenden Landfinger befindet, der bislang so unzugänglich ist, das man ihn nur vom Hörensagen kennt.  Und dort wird einem dringend davon abgeraten, sich ohne versierte einheimische Führer zu bewegen.

Was genau ist das Nasenloch des Teufels? Das Nasenloch des Teufels ist ein Blowhole, eine tiefe Spalte in den haushohen Klippen aus Vulkangestein, welche die Küstenlinie in diesem abgelegenen Landstrich bilden und je nach Unterströmung mit mehr oder weniger Wasser versorgt. Das Wasser drückt in diese Spalte und wird von der Strömung auch wieder abgesogen. So bildet sich bei entsprechender Dünung eine meterhohe Fontäne, die eine solch urtümliche Kraft haben kann, das ein ausgewachsener Palmenast mehr als 20 m weit durch die Luft fliegt oder in das Nasenloch gesogen wird, wo er auf nimmer Wiedersehen in den Tiefen dieser Spalte verschwindet. Die dabei entstehenden Geräusche lassen an einen urzeitlich Drachen erinnern und jagt den Menschen stets ein wohliges Gruseln ein. Das ist die rohe, ungebremste Naturgewalt, die uns zeigt, wie klein und unbedarft wir eigentlich sind. Das ist das Nasenloch des Teufels.

Wer der Meinung ist, diese Tour auf eigene Faust machen zu wollen, der kann das machen. Ich aber rate ihnen jedoch dringend davon ab. Denn hier ist niemand, der ihnen bei einem Notfall helfen kann. Und wenn, dann treffen sie höchstens auf einheimische Fischer oder Bauern, die außer ihrer eigenen Sprache nichts verstehen werden. Der nächste Ort ist gut 15 km entfernt und ihr Telefon wird hier keinen Empfang haben. Sagen sie vor solch einer Tour unbedingt in ihrem Hotel an der Rezeption bescheid, wo sie genau hinwollen und je nach Urlaubsort wissen die Angestellten des Hotels oft nicht, wo sie dann zu suchen sind. Das ist ein sehr ernst gemeinter Vorschlag. Ausserdem sollten sie jemanden vor Ort haben, der in der Zwischenzeit auf ihr alleine gelassenes Fahrzeug aufpasst. Gegen ein Trinkgeld machen das die Kinder am Nasenloch gerne für sie, aber bezahlen sie erst bei der Rückkehr. Ihr Auto oder Motorradvermieter wird es ihnen danken.

Und genau dort beginnen wir unsere Wanderung. Und an dieser Stelle sage ich gleich vorab, dass ich hier nicht jeden mitnehme. Es bracht ein ernstes Briefing vorweg und jeder Begleiter handelt bei dieser Tour auf eigene Gefahr. Ich übernehme für nichts und niemanden hier Haftung, außer für mich selber. Wie ich schon schrieb, ist die absolute Voraussetzung dazu sehr gutes Schuhwerk, genug Trinkwasser für die rund 4 km Fußweg. Einfach gut zu Fuß zu sein und keine Angst vor schier undurchdringlicher Natur ist auch eine wichtige Voraussetzung. Das Wort Weg ist auch mehr als Übertrieben, denn es handelt sich um einen wilden Pfad durch das von Bauern mit Macheten frei geschlagene Küstengelände. Die Steilküste hört man auf Schritt und Tritt wegen der manchmal enormen Brecher, die sich dort seit Urzeiten austoben. Auf der anderen Seite ragen die Felstürme manchmal bis zu 150 m hoch senkrecht in den Himmel. Der Vergleich mit Jurrasic Park ist gar nicht so weit hergeholt, denn man sieht auf dieser Strecke oben am Himmel die grossen Samana Geier kreisen, eine der größten einheimischen Vogelarten, die dort majestätisch ihre Runden drehen und hoch oben in den Felssimsen ihre Nester bauen.

Ich gehe bei solchen Touren immer voraus und zeige meinen Begleitern, was sich auf der Strecke so ergibt. Man darf keine Angst vor Schlangen haben, man begegnet hier den grossen Vogelspinnen und einem der gefährlichsten Tiere der dominikanischen Republik, einem Insekt, dessen Stich wirklich nicht zum Spaßen ist. Es handelt sich dabei um einen bis zu 25 cm langen Hundertfüßler, der in seinem Stachel oder Dorn am hinteren Ende ein Gift hat, welches bei einem Menschen Herzstillstand auslösen kann.  Die Einheimischen treiben in dieses abgelegene Gebiet ihre Ziegenherden, denn hier können sie nicht verloren gehen. Ziegen können bekanntlich gut klettern und sind sehr trittfest. Und das müssen sie auch sein, denn hier kann man sich den Knöchel bei einem Fehltritt schnell verstauchen. Diese Tour ist nicht für kleinere Kinder geeignet und nicht für Sonntagsspaziergänger. Naturfans werden dafür hier absolut begeistert sein. Und für diese ist diese Tour eine einzige Offenbarung. Nach rund 1, 5 Stunden Gewaltmarsch durch die wilde Gegend kommen wir an den Schutzpalisaden von Fronton an. Vorbei ging es an verschiedenen Höhlen und natürlichen Unterständen. Und wenn sich dann die Fronton durch einen riesigen Findling im Meer endlich zu erkennen gibt, gibt es sicher kein Halten mehr. Dann geht es noch einmal um diesen riesigen Felsbrocken, der vor Urzeiten von hoch oben heruntergestürzt sein muss und es präsentiert sich ihnen eine Playa, die wohl in der ganzen Karibik ihresgleichen sucht.

Da können echten Fans schon mal die Tränen kommen und man kann es gar nicht fassen, das es so etwas Schönes wirklich gibt. Ich selber habe schon viel gesehen, aber das hier toppt so gut wie alles, was mit Traumstränden zu tun hat. Es ist fast unbeschreiblich. So ähnlich geht es wohl einem Bergsteiger, wenn er nach stundenlangem Aufstieg endlich oben auf dem Gipfel ankommt. Und in der Regel haben wir das alles für uns alleine, es sei denn eine Bootstour von Las Galeras her hatte an diesem Tag dieselbe Idee. Ich rechne 3 Stunden Aufenthalt vor Ort ein, denn es gibt hier nebst gutem Essen und Traumstrand mit eiskaltem Bier noch viel zu zeigen. Da sind die uralten Indianerhöhlen, die verwegene Baustelle eines verrückten Amerikaners, der sich hier seit Jahren nach Indianerart einen urtümlichen Palast baut und separate Gästezimmer direkt in die Felswand baut, die wohl oder hoffentlich nie fertig werden. Rechnet man den hinweg mit gut 1,5 Stunden und den Rückweg entsprechend, kommen wir auf eine stramme 3, 5 Stunden Wanderung. Die Anfahrt bis dorthin ist mit 1,5 Stunden von Las Terrenas aus zu berechnen und gut eine Stunde dreissig Minuten die Rückfahrt ohne Zwischenstopp. So kommen wir bei diesem Tagestripp auf gut 9 Stunden und somit ist klar, das diese Tour pünktlich morgens um 8.00 Uhr mit der Abfahrt am Hotel beginnt.

 


The Secret of the Fronton – Hospitality! Oder auf Deutsch, das Geheimnis der Fronton Gastfreundschaft

Über die Playa Fronton wurde  vor allem Im Samana Forum schon so einiges ausgeplaudert. Dieser Traumstrand von Samana wird wie früher die Playa El Valle, noch als absoluter Geheimtipp gehandelt. Für die Gäste aus Las Galeras mag das zwar nicht ganz zutreffen, aber hier in Las Terrenas kennt man diesen Traumstrand noch so gut wie nicht.

Früher hatte ich mir immer Gedanken darüber gemacht, zu was es wohl führt, wenn man solche Geheimtipps ausplaudert. Heute weiß ich, das aus den Geheimtipps   zuerst Insidertipps werden und irgendwann gehört es schon zum guten Ton, das man als Tourist irgendwann auch mal dort war. Also irgendeiner wird es sicherlich ausplaudern und ab dann liegt es an jedem Gast selber, wie er damit umgeht. Ob ich euch das oder ein Anderer schlussendlich verrate, spielt somit keine große Rolle. Nur mit dem kleinen Unterschied, das ich euch diesen Geheimtipp persönlich und zwar auf meine etwas spezielle Art präsentiere. Es liegt mir fern, aus Fronton ein zweites El Limon zu machen. War das damals vor 7 Jahren bei unserem Freund Valerio in Coson nicht genauso? Oder bei Luis, welcher früher mit Sicherheit der beste Hähnchenbräter von ganz Samana war? Ob er es immer noch ist, kann ich leider nicht sagen, denn bei ihm sitzt heute „tout France de las Terrenas“ zu Gast und da fühle ich mich meistens etwas Fehl am Platz. Nichts, das ich was gegen die Franzosen hätte! Nein, sicherlich nicht – aber das sind oftmals nicht die gemütlichen Festland - Gallier, sondern dort sitzt  heute die ganze französische Mischpoke von Las Terrenas. Und die ist bekanntlich ein spezielles Völkchen für sich. Und so hat man heute in Las Terrenas manchmal das Gefühl, irgendwie im falschen Film zu sein. Luis mag das nicht weiter belasten und er soll auch den späten Erfolg geniessen. Übrigens trifft man die Frenchies heute auch immer mehr beim Valerio – eben, die Insidertipps sprechen sich rum!

Ich möchte an dieser Stelle dem verehrten Feriengast den Begriff „tipico“ mal etwas näher bringen. Unter tipico versteht der Dominikaner meistens eine Bretterbude oder sonst einen Verschlag, in dem er sich gerne mit Seinesgleichen trifft. Was bedeutet das? Nun, da geht es meist recht währschaft und vor allem lebhaft zu, die Musik aus der alten Stereoanlage bläst einem oftmals fast den Kopf weg und der Service ist zwar sehr freundlich - dominikanisch aber auch oft genauso freundlich - lausig. Aber so lieben wir sie eben! Das nennt man tipico! Es hat noch einen anderen Aspekt. Falls ein Europäischer Lebensmittelkontrolleur solch einem Etablissement einen offiziellen Besuch abzustatten hätte, (was Gott sei Dank nicht passiert) wäre der Laden innert Minuten für alle Zeiten geschlossen und versiegelt, bis der Abbruchbagger vorfährt.

Nun, uns tut das keinen Abbruch, denn wir kennen unsere dominikanischen Freunde und darum bestelle ich mir bei ihnen auch völlig unbedenklich etwas typisch Dominikanisches zum Essen. Touristen sind ja im Urlaub anders, als zuhause und darum mögen viele eben auch besonders das Tipico, was man anders gesagt auch als „radikal rustikal“ bezeichnen könnte. Wer also fünfe gerade sein lassen kann, der ist bei tipico goldrichtig und dann kann er auch was erzählen, wenn er zuhause wieder am geliebten Stammtisch sitzt und erzählt, wie das bei uns hier so war.  Wenn wir hiesigen Europäer unsere Geschäfte speziell auf Samana genauso handhaben würden, würde das sofort so was wie ein Ordnungsamt auf den Plan rufen. Vor allem würden die anderen Europäer, egal ob Feriengast oder Resident, niemals akzeptieren.

Und jetzt kommt die Gretchen - Frage! Kann man Dominikanisches tipico noch steigern? Man kann! Und das muss man jetzt bitte nicht negativ verstehen. Denn jetzt komme ich wieder zurück zum Thema Gastronomie in Fronton. Fronton ist  logischerweise noch tipico. Denn man stelle sich das mal vor – ein völlig abgelegener Strand: ohne Wasser und ohne Stromversorgung (sollte man meinen) Wenn das nicht tipico ist?   

Denkste, lieber Leser. Klar, gekocht wird eigentlich recht tipico aber der gute Wirt hat erstens mal einen gut funktionierenden und anscheinend großen Kühlschrank, denn es gibt immer einskaltes Bier und auch andere Getränke. Und er hat auch Strom, denn irgendwo hinter dem Haus bollert eine alte Dieselplanta. Aber kein Radio plärrt einem an. Also doch nicht tipico! Man hat auch einen eigenen Trinkwasser - Brunnen mit einer eigenen elektrischen Pumpe und jetzt kommt der Hit – er hat sogar richtige Toiletten mit Wasserspülung, was jetzt ganz und gar nicht mehr tipico ist.

Und, was sagt ihr jetzt? Tja, liebe Touristen, man lernt ja nie aus. Um mal kurz auf sein Küchenangebot zu kommen. Ich habe auf Samana in den letzten Jahren selten so gut tipico gegessen – sprich, echt Dominikanisch. Wie kommt das denn? Unser lieber Fronton - Wirt war zum Beispiel nicht wie die Jenny von der Playa Rincon oder meine Freundin Josefina aus el Valle in Samana beim vom Tourismo gesponserten dominikanischen gratis Tipico - Kochkurs für Strandbuden – Wirte. Die Tourismus – Macher wollen nämlich weg vom Budenzauber und hin zu einem qualitativ recht hohen Niveau, passend zum neuen 5 Stern - Tourismus, der heute überall versucht wird.

Nein, dazu ist Fronton noch viel zu abgelegen. Wahrscheinlich hat man ihn nie über diese Weiterbildungsmöglichkeiten informiert. Da immer einer der Wirtsleute da sein muss, falls sich tatsächlich doch noch ein paar Leute dorthin verirrt haben (und dann womöglich auch noch zu Fuß – total meschugge) hat unser Wirt aus der Not eine Tugend gemacht. Ich habe noch nie eine Frau in Fronton arbeiten gesehen. Denn er kann erstens eh gut kochen und seine Jungs und Helfer übrigens auch. Der Chef kocht auch nur, was wirklich gerade frisch da ist (schon wieder etwas Spezielles) und weil  er seinen Laden gerne im Griff hat, erledigt er das notwendige Fischen gleich selber. Las Galeras ist ihm auch mit dem Boot zu weit. Und er kauft dort nur, was unbedingt sein muss. Eben, dort kommt man nur mit dem Boot hin oder noch anstrengender, zu Fuß oder mit einem Pferd.

Sprich der Wirt aus Fronton macht es nicht wie die paar Captains aus Las Galeras, die mit Touristen übers Meer nach Fronton kommen. Die kaufen ihren Fisch nicht beim Fronton - Wirt, sondern in irgendeiner Pescaderia in Las Galeras und bringen den Fisch oder die Langusten somit in der eigenen Kühlbox mit und machen irgendwo am Stand ein Feuer (meistens genau dort wo es den Gästen aus dem Boot gerade recht ist) und kochen oder grillen tipico mit Treibholz. Sprich, wenn sie wieder gehen oder abfahren, bleibt das Feuer in der Regel dort wo es ist und auch, wie es ist. Meistens landet der mitgebrachte Müll im Feuer oder die Flaschen muss dann der Enkel von unserem Wirt danach wieder wegräumen. So verdienen die teuren Bootsführer auch noch was am Essen, und das nicht zuwenig.

So putzen die Jungs vom Fronton Wirt ihren Strand jeden Tag und der Wirt hat mir sein Leid geklagt. Denn manchmal kommt da so Einiges an angeschlepptem Müll zusammen. Da kennen Dominikaner nichts. Aber er nimmt das Gelassen, genauso wie seine spezielle Kocherei. Das einzige was man dort braucht, ist genug Zeit. Aber was man dort alles sehen und erleben kann, habe ich ja bereits geschrieben. Und bei ihm habe ich, im Gegensatz zu manchem Anderen, noch nie einen schlechten Fisch bekommen. Seine Hühner kauft er dafür übrigens lebend in Las Galeras und schlachtet sie a la Minute hinter dem Haus, wenn jemand keinen Fisch mag, oder er aus irgendeinem Grund nicht morgens um vier zum Fischen gekommen ist. Fazit, tipico ist nicht gleich tipico!

So, Leute und nun kennt ihr auch das Geheimnis der stets guten Küche beim dominikanischen Einsiedlerwirt von Fronton. Er und seine Truppe erinnern mich an Schweizer Alpwirte auf irgendeiner abgelegenen Berghütte. Und bei denen kann man meistens auch richtig gut tipico essen. Und, wer kommt als nächstes mit nach Fronton? Lasst euch überraschen….