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Playa Majagua und Playa Jackson

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Wenn man in Las Terrenas lebt, glaubt man geographisch gesehen ziemlich am Anfang von Samana zu leben. Andere halten Las Terrenas gesellschaftlich klar für den Mittelpunkt von Samana. Das ist bekanntlich Ansichtssache. Es gibt da ein kleines Dorf, etwas abseits der Landstrasse, welches mir beim ersten zufälligen Besuch gleich gefiel und das so schmuck und aufgeräumt war, das ich da einmal wieder hinwollte. Und, anscheinend kommt man von diesem Dorf nahe an die legendäre Playa Jackson. Um was geht es genauer? Wenn man vom neuen International Airport Samana El Catey her kommt, geht es ein paar Kilometer auf einer recht guten neuen Piste zu dem kleinen Dorf Majagua.

Bei der ersten Erkundung der neuen manzana Tour schüttete es wieder mal wie aus Eimern (wie so oft in diesem Monat August) aber das ließ mich nicht davon abhalten, in Richtung der mir noch unbekannten Playa zu fahren. Im Schritttempo ging es durch riesige Schlaglöcher und es schüttete immer mehr. Und da tauchte am vermeintlichen Ende der Welt plötzlich ein ganz kleiner Colmado auf. Erst fuhr ich dran vorbei, aber mein gesunder Menschverstand ließ mich umkehren. Ich hielt dort an, um durch freundliches Fragen herauszufinden, wie die weitere Strasse beschaffen sein würde. Eine Frau saß unter dem Palmenblätterdach, und ließ sich von einer anderen im strömenden Regen die Haare auf dicke Lockenwickler drehen. Welche Frau macht diese Arbeit bei einem Wolkenbruch? Entweder sie besitzt genug Gottvertrauen oder sie hat eine Trockenhaube. Im Colmado war eine weitere, sehr junge Frau und fragte nach unseren Wünschen. Ein schön kaltes Bier wäre jetzt genau das Richtige! Und schon wurden Stühle aus einer Ecke geholt und parat gestellt und nun kam die Überraschung. Die Friseuse an der Arbeit meinte nur, ich lebe ja nun auch schon eine ganze Weile auf Samana, aber hier habe sie mich noch nie gesehen. Uuups…  kennen wir uns denn? Sie klärte mich kurz auf. Sie habe vor Jahren in Las Terrenas im Paco Cabana und im Havanna Cafe an der Bar gearbeitet und da habe sie mich öfters gesehen. Aber damals sei ich immer zusammen mit einer Gringa aufgetaucht. Meine Lebenspartnerin Eliana wurde hellhörig und so stellte sich heraus, dass dies zwischen 1999 – 2001 war. Tja, so klein ist die Welt. Aber da sie jetzt schon ein paar Jahre diesen Colmado betreibe und ihre beiden Kinder (unter anderem die junge Frau hinter der Theke) in einem Alter seien, wo man als Mama besonders aufpassen muss, trauere sie diesen wilden Zeiten nicht besonders nach. Und wie sie sehe, ginge es mir ja auch sehr gut (mit einem breiten Grinsen und einem Seitenblick auf Eliana).

Einfach sympathisch diese Leute vom Campo. Wir unterhielten uns noch eine Weile und sie erklärte mir als Greenhorn, wie ich weiter fahren müsse und wo dann endgültig Schluss sei. Sie meinte dann noch, dass sie all die Leute überhaupt nicht verstehe, die immer so von der Playa Jackson schwärmen. Ihre eigene Playa, die Playa Majagua, sei für sie viel näher und schöner und man komme jederzeit dorthin. Aha, und was ist das Problem der Jackson fragte ich sie darauf?  Mann, Gringo - ganz einfach  - Ebbe und Flut! Ich weiß - Einmal Gringo immer Gringo…

Fazit dieses ersten Besuchs im sympathischen Colmado Marisa in El Escarbato – das Preis Leistungsverhältnis hat mich fast umgehauen und diese Menschen sind wieder mal echte Samaneros mit viel Herzblut und zwar die allerersten Samaneros. Denn genau hier fängt Samana an. Man hat von hier einen guten Blick auf den Airport El Catey und sieht, wie die grossen Touristenflieger im Landeanflug von Europa oder den USA / Kanada herunter kommen und nach einer grossen Schleife über Nagua unweit von hier landen.
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Ich bin dann wie empfohlen weitergefahren und ich habe ein paar sehr eindrückliche Regenbilder gemacht. Das war mein erster Versuch, die Playa Jackson ohne Boot zu erreichen.

Der zweite Anlauf. Mehr Wetterglück wurde beantragt und Petrus hatte ein
Einsehen. Wieder ging es über den Berg zwischen Las Terrenas und Sanchez. Danach wurde eine Ehrenrunde durch Sanchez gedreht, das auch zu der neuen Tour gehört und danach ab auf die Piste weiter Richtung Nagua. Diesmal geht es nach rund 15 km von der anderen Seite nach Majagua. Heute lacht die Sonne und unsere Mädels vom Colmado lachen mit ihr um die Wette. Es ist noch relativ früh und diesmal bitte ich um einen Kaffee. Dazu gibt es Cocos - Plätzchen und eine Art Schoko Donuts. Wieder der Aha - Effekt, als ich die Rechnung verlange. Kaum zu glauben, das man so günstig auf Samana frühstücken kann.

So gestärkt brechen wir auf und wollen auf dem Rückweg noch mal vorbeischauen. Wow, heute sieht das ganze aber extrem karibisch aus. Wir fahren durch ein windschiefes El Escarbato, und weiter unten liegt sie vor uns. Fast schon kitschig schön, diese Playa Majagua, eine typische Postkarten Ansicht. Hinter ihr erstreckt sich ein kilometerlanger Topf - ebener Sumpf mit mannshohem Sumpfgras und darin grasen fette Rinderherden, viele Pferde allesamt bewacht von Duzenden von weißen Kuhreihern. Dieses Bild hat fast etwas Asiatisches – fette Büffel in Reisfeldern. Und dahinter erhebt sich erst sanft und dann mit aller Macht die Loma de Samana. Da wir mittlerweile auf Meeresspiegelhöhe sind, wirkt der Höhenzug noch viel wuchtiger: Mir geht das Herz auf. Wo gibt es eine ähnliche Landschaft auf Samana? Eigentlich nirgends mehr – doch früher gab es so was am Ende der Playa Coson. Aber dort hat man all die Sümpfe bereits trockengelegt oder man ist gerade dabei. Das wird Bauland für zukünftige Villenbesitzer. Aber auf dieser Seite noch  eine absolut ursprüngliche und unverfälschte Landschaft. So was hat mittlerweile Seltenheitswert auf Samana.

Mich faszinierte auf den ersten blick mehr die Loma als die Playa. Wir fahren immer weiter auf dieser recht guten Strandstrasse und die Playa wird langsam etwas ruff oder wild. Wenn ich ehrlich bin, finde ich kilometerlange, gerade Sandstrände todlangweilig. Ich mag die Ecken und Kanten, ich mag kleine, vorgelagerte Riffe, welche die Strandtopografie maßgeblich beeinflussen und genau das beginnt hier. Aus dem Strandweg wird ein mit Palmen bewachsener Sandstrand mit wenigen Reifenspuren und ich schalte lieber schon mal auf Allrad. Wir begegnen Fischern, die ihre Boote zu Wasser lassen oder wieder rausziehen und mir fällt dabei auf, dass da nicht ein Boot mit Motor ist. Alle Fischer winken freundlich und ein paar Bauern sind mit dem Pferd unterwegs. Der Strand wird immer wilder und aufs Mal geht es mit dem Jeep nicht mehr weiter denn direkt vor uns mäandert ein tropischer Bach ins Meer. Endstation für den Jeep und weiter geht es ab hier zu Fuß .

Jetzt zeigt sich erst die wahre Schönheit dieser Naturplaya. Krebsfischer stehen in dem Fluss und haben schon eine Menge dieser leckeren Cangrechos (Flusskrebse) gefangen. Da ich zum ersten Mal hier bin, kann ich wieder nicht sagen ob jetzt gerade Ebbe oder Flut ist. Auf die Frage antworten mit die Fischer. Es sei Flut. Tja, wieder Pech gehabt, aber wir marschieren so weit es geht weiter. Und dann sehen wir sie von weitem vor uns und das ist doch noch eine ganz schöne Ecke. Ich mache Fotos über Fotos, bis der Chip voll ist und Eliana gibt erste Anzeichen von Unmut von sich. Denn wir haben nichts zu trinken dabei. Also geht es wieder zurück zum Jeep und ich freue mich bereits heimlich auf ein eiskaltes Bohemia in unserem kleinen Colmado. Was für ein Traumstrand.  Und so endet der zweite Anlauf zur Jackson mit jeder Menge wunderbaren Eindrücken.

Wir Samana Forum Admins vor Ort reden miteinander. Hajo und ich hatten uns am Abend verabredet und bei unserem Treffen an der Playa Bonita erzählte ich im von der Playa Majagua und der Jackson. Er bekam leuchtende Augen. Das würde er auch gerne mal life sehen. Gesagt getan und Hajo war der dritte Mann beim dritten Anlauf. Er sponserte den Sprit und ich hatte vorher rumgehört um mich über aktuelle Wasserstände sowie Ebbe und Flut schlau zu machen. Ein alter Fischer aus der Ceiba meinte, morgen sei das kein Problem. Und so starteten wir zum dritten Mal. Hajo fand alleine das Dörfchen Majagua schon wunderbar und als wir in El Escarbato am Colmado anhielten, war die Freude groß. Wieder gab es Kaffee und süße Teilchen und Hajo kam wegen des hiesigen Preisgefüges nicht mehr aus dem Staunen. Es kostet einen Bruchteil dessen, was er normal an seiner Playa Bonita bezahlen muss oder irgendwo in Las Terrenas.
So gestärkt machten wir uns auf. Und heute wollten wir es wissen. Das Auto wurde wieder am Fluss geparkt und wir marschierten los. Je weiter wir Richtung Jackson kamen, umso malerischer wurde der Strand. Es sind vier oder fünf Flüsse oder Bäche, die sich ins Meer ergießen und auch diese Flüsse wurde immer schöner. Eliana ließ sich nicht mehr halten und sie hüpfte jeweils in den Fluss und wie erwartet war das Wasser sehr kühl, fast kalt und eine herrliche Abkühlung. Die Wasserqualität war immer super, denn diese Flüsse oder Bäche kommen direkt aus den Bergen und da oben wohnt kein Mensch.

Dann kommt die Stelle, wo man nur noch einen ganz schmalen Streifen Sand zum Laufen hat und welcher bei Flut dann unter Wasser steht. Und dann waren wir endlich an der Playa Jackson, die sich über rund achthundert Meter mehr oder weniger breit direkt vor die hoch aufsteigende Loma schmiegt. Hajo genoss diese Wanderung sichtlich. Er ist nicht mehr der Jüngste und hatte keinerlei Probleme. Nach ca. 1,5 Stunden Fußmarsch sind wir am Ziel. Ich wusste von einem alten Foto und einem Beschrieb, dass da irgendwo eine einsame Fischerhütte sein musste. Und genau die lag jetzt vor uns. Traumhaft, kann ich euch sagen. Dieser Weg hatte sich gelohnt. Und ich muss unserer Colmado Wirtin im Nachhinein auch Recht geben. Klar, um die Playa Jackson ranken sich uralte Geschichten vom Piraten Jackson, der sich hier vor 150 Jahren vor seinen Häschern versteckt hatte. Genau diese Playa Jackson wird heute von geschäftstüchtigen Bootsveranstaltern aus Las Terrenas gut vermarktet. Diese steuern  den Traumstrand mit genügend zahlenden Gästen regelmäßig mit dem grossen Katamaran Tortuga oder einem kleineren Boot an. Das ist klar die einfachere Variante und man braucht dazu nur im Boot zu sitzen.  Aber die genauso schöne Playa Majagua sehen diese Leute leider nicht. Der Fußweg ist meiner Meinung nach viel eindrücklicher und auch nicht besonders beschwerlich. Man kann sich unterwegs in den verschiedenen Flüssen abkühlen oder einfach, wo man Lust hat, ins Meer hüpfen. Der Wehrmutstropfen: hier wartet keine belebte Kneipe am Ziel. Man muss also alles Nötige selber mitbringen. Selbst wenn man hier einfach ein Feuer macht um sich einen Fisch zu grillen, den man zuvor bei den Fischern von Majagua gekauft hat, würde das absolut niemanden stören. Es ist ursprünglich und paradiesisch wie in einem Garten Eden.

Das ist eine der neuen manzana Touren 2007 - 2008. Ca. 3 Stunden Fußmarsch hin und zurück muss man schon vertragen, aber es ist eher ein Spaziergang.