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Trotzdem
ist es eine Tatsache, das alle Indianer auf Hispaniola innert
kürzester Zeit von den Spaniern ausgerottet wurden und wir
heute nur noch die in Stein geritzten Zeichnungen oder Fundstücke
dieser Ureinwohner bestaunen können.
Noch
schlimmer ist, das es Leute gibt, die echte Taino - Artefakte
von illegalen Händlern kaufen und diese Trophäen dann
stolz auf ihr Wohnzimmer Buffet stellen, wo es sicher nicht hingehört. Nachgemachtes
gibt es überall zu kaufen....
Die
Besiedlung der karibischen Inseln
Sie
erfolgte in mehreren Wellen vom südamerikanischen Festland
aus. Die dort lebenden Arawaks waren beständig auf der Suche
nach ergiebigen Fischgründen und steuerten darum auch
die vorgelagerten Inseln der Antillen an und kamen auf dem Landweg
über Mittelamerika bis nach Mexiko. Anfangs waren sie Jäger
und Sammler und lernten erst allmählich den Anbau von Grundnahrungsmitteln
(Yucca). So kamen sie bis nach Hispaniola und sogar nach Cuba.
Die Tainos waren ein Stamm dieser Arawaks und siedelten hauptsächlich
auf Hispaniola und Puerto Rico.
Kunstvolle
Kanus - eine Spezialität der Tainos
Die
Tainos hatten fundierte Kenntnisse über den Bau von großen
Kanus. Mit diesen Booten fuhren sie auch zu den Nachbarinseln,
um Handel zu treiben. Dabei schafften sie mit ihren schnellen
Booten Stecken bis nach Florida und Mexiko (über 1000 km).
Die Boote erreichten eine so hohe Geschwindigkeit, denn es ruderten
normalerweise 35 Mann. Es gab Boote mit bis zu 80 Mann.
Die
Kultur der Tainos
Bedingt
durch die Insellage entwickelten sie eine eigenständige Kultur.
Sie lebten in Gemeinschaften, welche nach festgelegten Normen
organisiert waren und glaubten an Naturgötter. Angeführt
wurden diese Gemeinschaften von einem Kaziken, was in der
Arawaksprache soviel wie Dorfchef bedeutete.
Die
Tainos hatten eine große künstlerische Fertigkeit erlangt,
was man heute an den prähistorischen Funden, wie Tongefässen
und Kultgegenständen, erkennen kann. Gefördert wurde
diese Kunstfertigkeit durch die Tatsache, das sich die Kaziken
durch besonders aufwendige Schmuckstücke und Kultgegenstände
von den restlichen Stammesmitgliedern abhoben. Diese Schmuckstücke
wiederum stachelte später die Gier der Spanier nach Gold
um so mehr an. Kultgegenstände benutzten die Kaziken, um
mit ihrem Göttern in Kontakt zu treten.
Die
Bevölkerung war grundsätzlich in zwei Gruppen aufgeteilt
- der Kazike und seine Sippschaft einerseits und auf der anderen
Seite der große Rest. die in größeren Gruppen
zusammenlebende Gemeinschaft lebte in Canays, runden oder
eckigen Hütten und Langhäusern. Geschlafen wurde in
Hängematten. Diese Gruppen setzten sich aus 5 -7 Familien
zusammen, so das eine Gruppe aus rund 30 Personen bestand. Die
Familien waren meist direkt untereinander verwand, aber eine Verbindung
innerhalb der Gruppe war strickt verboten.
Diese
einzelnen Gruppen lebten in Aldeas (Dorfgemeinschaften)
zusammen. Dieser stand ein Kanzike voran. Die Aldeas
lebten völlig unabhängig voneinander, schlossen sich
aber in gewissen Fällen zusammen um sich zum Beispiel gegen
feindliche Stämme zu verteidigen. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen
wurde dann der vermeintlich mächtigste Kazike zum Oberhaupt
aller Kriegführenden gewählt.
Der
Glaube an Naturgötter
Die
einzelnen Stämme der Tainos verehrten unterschiedlichen Götter,
die aus ihrer jeweiligen Tradition stammten. Sie kannten also
keinen alles beherrschenden Gott. Der Hauptgott Cemf
war meist zugleich auch der Gott der Yuccawurzel, Yocatu
Vagua Maorocoti. Die Yuccawurzel war das Hauptnahrungsmittel
der Taino, deshalb gehörte diesem Gott der grösste Respekt.
Eine weiterere wichtige Gottheit war Guabancex, die Göttin
der Hurrikane, welche als göttliche Strafe angesehen wurde.
Eine weitere wichtige Gottheit war Yocahu, die Göttin
der Fruchtbarkeit.
Religiöse
Rieten der Tainos
Der
Glaube an verschiedene Gottheiten, deren Stärke verschieden
waren, ließ auch unterschiedliche religiöse Zeremonien
und Vorgehensweisen entstehen. Die Kaziken, die mit den stärkeren
Göttern kommunizierten, standen in einem höheren Ansehen.
Diese Kommunikation fand in einer Zeremonie statt, die Rito
de la Cocoba genannt wurde. Sie basierte auf der Einnahme
einer halluzinogenen Droge. Dies war die wichtigste Zeremonie
der Tainos. Der Kazike versetzte sich durch die Einnahme der Droge
in einen Trancezustand; erst dann konnte er mit den Göttern
in Kontakt treten. Bevor die Tainos, die dieser Zeremonie
beiwohnen wollten, die Hütte des Kaziken betreten durften,
mussten sie sich von innen reinigen. Sie führten dazu
künstlich durch einen Spatel den Brechreiz herbei und
übergaben sich. Erst danach durfte man die Hütte des
Kaziken betreten.
Die
religiösen Zeremonien nahmen einen breiten Raum im Leben
der Tainos ein. Es gab eine Reihe von Leuten, die ausschließlich
für die Ausübung und Hilfestellung bei den Riten ausgebildet
war. Diese sogenannten Behiques fungierten auch als
Heiler oder Medizinleute. Sie trugen wie der Kazike einen speziellen
Schmuck, der sie von den Anderen unterschied. Auch sie konnten
mit den Göttern kommunizieren, jedoch hatten die Kaziken
immer die grössere Autorität. Sie fungierten zu alledem
auch als Berater der Kaziken.
Das
Ballspiel der Tainos
Die
Tainos spielten zum Zeitvertreib ein Ballspiel, genannt Batey,
welches einem Federballspiel ähnelte. Gespielt wurde
auf einem Platz vor der Hütte des Kaziken. 20 - 30 Spieler
bildeten dabei eine Mannschaft. Der Ball durfte nur mit Ellenbogen,
Schulter, Kopf, oder der Hüfte gespielt werden. Sprang der
Ball über die Begrenzung, oder blieb er am Boden liegen,
wurde er als Tod gezählt. Er wurde aus Gras hergestellt,
welches in einer angerührten Paste rundlich geformt wurde.
Wahrscheinlich wurde dieses Ballspiel von den Mayas aus Mexiko
übernommen, allerdings ohne deren religiösen Hintergrund.
Das
Ende der Tainos
Wie
schon zu Anfang erwähnt, waren die Spanier Schuld am Ende
der Tainos. Eingeschleppte Krankheiten, knochenharte Schufterei
in den Minen oder auf den Feldern, kollektive Selbsttötung
und pure Barbarei waren die Ursache. Aus einer Überlieferung
der Geschichte wird berichtet, dass ein spanischer Pflanzer
jeden Tag zu Ehren der 12 Apostel wahllos 12 Tainos tötete....
soviel zum Thema Kultur der spanischen Kolonialherren.
Interessante
Links zum Thema Tainos und Ureinwohner
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