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Allgemeines
Die
Bezeichnung Ciguatera stammt aus dem Spanischen und bedeutet Eiweißvergiftung.
Es gibt eine ganze Reihe von Vergiftungen, die durch den Biss,
Stich oder Verzehr von Fischen zustande kommen. So z.B. durch
überalterten verwesenden Fisch oder den Kugelfisch, um nur
einige zu nennen. Im Fall von Ciguatera entsteht die Vergiftung
durch Fische, die an sich selber nicht giftig sind, sondern erst
durch die Nahrungsaufnahme giftiger Substanzen giftig geworden
sind.
Erreger
Die
Ursache der Vergiftung Ciguatera ist das Toxin Ciguatoxin. Dieses
Gift ist ein Nervengift und beeinflusst die präsynaptische
Erregbarkeit. Synapsen sind die "Verbindungen" der Nerven
untereinander und der Nerven mit den Muskeln. Ciguatoxin wird
durch Dinoflagellaten der Gattung Gambierdiscus toxicus, die auf
verschiedenen Makroalgen leben, produziert. Diese Algen kommen
auf Korallenriffen vor. Fischen, die diese Algen fressen und dabei
vergiftet wurden, ist die Vergiftung selber nicht anzumerken.
Übertragung
Eine
Reihe pflanzenfressender Fische, wie z.B. Doktor- oder Papageifische,
nehmen das Gift mit der Nahrung auf. Raubfische, die diese kontaminierten
Fische fressen, entwickeln dann ebenfalls toxische Wirkungen beim
Verzehr durch den Menschen. Es sind dies u.a. Muränen, Snapper,
Barrakudas, Makrelen und eine Reihe von Barscharten. Große
Raubfische sind besonders stark kontaminiert. Das Gift ist fettlöslich,
was die Aufnahme zusätzlich begünstigt und hitzestabil.
Prophylaxe
(Vorbeugen)
Da
die vergifteten Fische nicht primär giftig sind und in der
Regel völlig unbedenklich verzehrt werden können, gibt
es praktisch keine Möglichkeit sich vor einer derartigen
Vergiftung zu schützen. Es sei denn, man isst in den betreffenden
Ländern grundsätzlich keinen Fisch mehr. Ein Schutz
ist auch deswegen nicht möglich, da das Gift weder durch
Kochen, Braten oder Grillen zerstört werden kann. Sollte
man von derartigen Vergiftungsfällen in der Urlaubsgegend
hören, ist auf den Genuss von Fisch zu verzichten. Die gefährlichsten
Situationen für eine Intoxikation der Fische entstehen nach
heftigen Stürmen und Unwettern.
Inkubationszeit
Zwischen
1 - 30 Stunden
Symptome
Die
Symptome beginnen mit Schwitzen, Taubheitsgefühl und Brennen,
vor allem im Mundbereich. Später treten Schüttelfrost,
Schwindelgefühle, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle
und Muskelkrämpfe auf. Außerdem breiten sich die Taubheitsgefühle
in Hände, Füße sowie im Gesicht aus. Das Wärme-
und Kältegefühl dreht sich um. Allgemeines Schwächegefühl
entsteht. Die Beschwerden können, je nach Gewicht und Alter
der Person, sowie der Menge des aufgenommenen Gifts in ihrer Stärke
schwanken.
Seltener sind lebensbedrohliche Absinken des Blutdrucks und Herzrasen
(Tachykardia). Die Beschwerden können über Monate andauern.
Diagnostik
Die
Diagnose ergibt sich aus der Vorgeschichte, also dem Fischessen
in bestimmten Gegenden, sowie den Symptomen. Ein Nachweis des
Giftes ist nur mit sehr großem Aufwand in wenigen Labors
möglich.
Vorkommen
Vor
allem in der Karibik, dem Indischen und Pazifischen Ozean sowie
der Südsee.
Letalität
Die
Letalität (Sterblichkeit) von Ciguatera liegt bis zu 7 %.
Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die Anzahl der auswertbaren
Fälle relativ gering ist und daher dieser Zahl sehr starken
Schwankungen unterliegt. Demnach sterben von 1 000 vergifteten
Menschen bis zu 7 an dieser Vergiftung.
Therapie
Eine
Therapie gegen das Toxin (Gift) selber existiert nicht. Es können
daher nur die Symptome gemildert bzw. therapiert werden. So sollte
als Akuttherapie eine Infusion von Mannitol 20 % erfolgen. Mannitol
ist ein Zuckeralkohol und fördert die Urinausscheidung (diuretisch)
und damit die vermehrte Ausscheidung des Gifts. Bei lebensbedrohlichen
Situationen sollten Plasmaexpander, also Infusionen, die aufgrund
ihrer kolloidosmotischen Eigenschaften das Plasmavolumen des Blutes
vergrößern und über längere Zeit im Kreislauf
verbleiben, verabreicht werden. Außerdem ist dann die Gabe
von Atropin und Dopamin erforderlich. Im frühen Vergiftungsstadium
ist außerdem ein Auspumpen des Magens sinnvoll.
© A Med-World
AG, Geändert am: 20.09.2000 - Dieser Beitrag wurde von den
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genannten
Fachärzten und Ärztinnen des jeweiligen Bereiches erstellt
und vom Redaktionsteam didaktisch überarbeitet.
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Fischvergiftung 
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