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Die historische Sanchez Galerie mit Bildern aus der Blütezeit von Sanchez
 

Es war eine Suche von rund 2 Jahren. Jemand hatte mir damals den Tipp gegeben, das da ein alter Fotograf in Sanchez leben soll, der noch viel über die Geschichte von Sanchez weiss und der vor allem jede Menge altes Bildmaterial hat, Zeitdokumenten aus besseren Zeiten. Ich machte mich vor 3 Wochen auf den Weg und fand nach einigem herumfragen endlich Ramon Mehija. Der Mann ist heute 81 Jahre alt, immer noch sehr rüstig und er empfing mich gerne. Derweil habe ich Ramon schon das dritte Mal besucht und er liess mich einiges von seinen alten Fotos ansehen und abfotofrafieren. Beim dritten Besuch nahm ich Rachel mit und sie führte das Interview mit Ramon. die Fragen hatte ich ihr vorher gegeben. Derzeit arbeitet sie daran, dieses Gespräch ins Reine zu schreiben. Das wird dann hier angehängt. Ramon freut sich sehr, das man sich jetzt auf einmal für ihn interessiert. So gab das Eine das Andere. Er lebt mit seiner Frau Petra, deren Foto von einst und heute man oben in der Galerie zu sehen ist, sehr bescheiden. Er hat im Lauf der Jahre eine grosse Familie gegründet und fotografiert noch heute ab und zu.

Im Moment bin ich auf der suche nach jemandem, der mir helfen kann die rund 400 Seiten Text auf spanisch zur Geschichte von Sanchez zu sichten. Erhalten habe ich einen Grossteil des Materials von Dr. Rafael Andujar. Daraus soll mit den alten Fotos ein Samana Geschichtsbuch entstehen mit antiken Fotos und andererseits dem Samana von heute. Diese geordneten Texte sollen ein Buch in vier Sprachen über die spannende Geschichte und die Entwicklung von Samana von einst bis heute ergeben. Aller Anfang ist schwer, aber wir sind hier ständig am Ball und suchen und interviewen Menschen, die uns was über die godenen Zeiten von Sanchez/ Samana erzählen können. Eine grosse Hilfe ist mir dabei Rachel Isambert, eine engagierte Lehrerin aus Las Terrenas, die mich begleitet und mir Leute sucht, die noch historisches Material gebunkert haben, das uns später Aufschluss geben wird, wie alles entstanden ist.

Durch sie kam ich auch an die Moya Fotos. Dr. Juan M. Moya, ein freundlicher Rechtsanwalt empfing uns und erzählte Rachel und mir fast eine Stunde lang aus der Geschichte von Sanchez. Und dann brachte er ein vergilbtes Couvert und das Büchlein seines Vaters Hector Moya Cordero - und da waren sie, die alten verblassten Originalbilder der Ferro Carril de Sanchez. Diese Bilder müssen schon ein ganzes Leben lang in diesem Umschlag auf jemanden gewartet haben, der sich für die Geschichte der Stadt interessiert. Auch Dr. Moya liess mich die Fotos abfotografieren und gab mir seine Visitenkarte, falls ich weitere Fragen hätte. Diese Menschen sind sehr grosszügig und geben gerne Auskunft.

Des weiteren danke ich Dr. Rafael Andujar, einem Historiker und Rechtsanwalt aus Santo Domingo, der seit einer Weile in Las Terrenas lebt und arbeitet und der mir einen Grossteil seiner Texte über die Entstehung der Ferrocarril (Eisenbahn) von Sanchez nach La Vega, Santiago überlassen hat. Andujar schreibt geschichtliche Kolumnen für die hiessige LT7 und andere Zeitungen und tritt in Santo Domingo als Talkmaster im Fernsehen auf.

Schon heute ist vielen klar, das die Geschichte von Sanchez sehr eng mit der Geschichte von ganz Samana verbunden ist und das dieser Ort heute zwar heute noch von den meisten Touristikern aus Unkenntnis schlicht übersehen wird, aber der sehr viel Potenzial für Touristen birgt, wenn man dort gemeinsam Hand anlegt und diese Perle der Karibik wieder ins rechte Licht rückt. Solange nichts geschieht, wird Sanchez wie Schneewittchen weiter schlummern und es wartet nur auf einen stolzen Prinzen, der es behutsam wachküsst. Dabei wollen wir helfen. Und diese Arbeit macht grossen Spass und ist für einen guten Zweck.

Bernd Appel (manzana)

Samana, den 18. September 2007

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Die Sanchez Vision von manzana

Sanchez heute und morgen - Von manzana de samana

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Der morbide Charme von Sánchez - Text von Henry Mühlig

Kurz hinter der kleinen Landbrücke bei La Majagua, die die Halbinsel Samaná mit dem Rest der Dominikanischen Republik verbindet, liegt an der Süd-Westküste der kleine Ort Sánchez.

Nur selten verirren sich vereinzelte Touristen hier hin. Trotz Blumen und Pflanzendekoration auf den Strassen, dient der Ort den meisten Besuchern nur dazu, um von hier aus die Ausflüge mit den im Hafen liegenden Powerbooten in Richtung Nationalpark Los Haitises zu starten.

Es war jedoch nicht immer so ruhig. Der 22.000 Einwohner zählende Ort war noch ausgangs des 19. Jahrhunderts Umschlagplatz für Agrarexporte der Vega Real ab. Hier wickelte man den Großteil der Handelsgüter Kaffee, Kakao und Tabak ab.

Zeugnisse aus dieser Zeit lassen sich noch im Hafen von Sánchez finden. Hier endete die Eisenbahnlinie, die den Ort mit den ertragreichen Landwirtschaftsregionen um San Francisco de Macoris, La Vega, und Santiago de los Caballeros verband.

Aus dieser, für Sánchez wirtschaftlichen Blütezeit, stammen auch die vielen, wunderschön anzusehenden Holzhäuser im viktorianischen Stil, die jedoch zum größten Teil, aus Mangel an Geldern dem Verfall preisgegeben sind.

Auch heute noch, ist die Haupteinnahmequelle der Einwohner der Handel mit Kokosnüssen, die im Hafen von den kleinen Fischerbooten auf kleine Transporter umgeladen werden.

Direkt am Hafen lädt ein kleiner Kiosko zum verweilen ein. Wenn man sich hier niederlässt, kann man in aller Ruhe das geschäftige Treiben beobachten. Schnell kommt man mit den freundlichen Einheimischen in Kontakt.

Ein Fischer mit seiner kleinen Tochter setzt sich zu uns an den Tisch und nach kurzer Zeit kommen wir in´s Gespräch.

Nachdem ich ihm erklärt habe, das wir nicht nach Los Haitises möchten, sondern einfach nur den Ort Sánchez erkunden wollen, erzählt er uns, das die Bewohner des Ortes froh wären, wenn mehr Touristen kommen würden. Wäre dies ja dann eine weitere Einnahmequelle. Aber egal was man mache, die Touristen würden sich nicht für diesen Ort interessieren. So mache sich langsam Resignation breit.

Leider ist diese Form der Resignation gerade im Hafen deutlich zu erkennen. Überall liegt Müll und Unrat herum.

Statt in Selbstmitleid zu verfallen, könnte man kollektiv daran arbeiten, den Ort zu säubern und die Substanz der wunderschönen alten Gebäude zu erhalten. Dies könnte dann wiederum auf größeres Interesse seitens der Touristen stoßen, die ja fast jeden Tag mit Bussen durch den Ort gefahren werden.

Aber solange diese Erkenntnis fehlt, werden die Gleise im Hafen von Sánchez weiter zuwuchern und irgendwann auch von den alten Herrenhäusern, nur noch die Grundmauern zu erkennen sein.

27.06.2006