Die
Suche nach festen Werten - Kultur und Geschichte gehen Hand in Hand |
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Wenn man sich auf der Halbinsel Samana auf die Suche nach altem Kulturgut begibt, tut man sich erst einmal schwer. Wo sind die historischen Gebäude, Kirchen oder Stätten, an denen Geschichtsträchtiges geschehen ist? Es gibt da einen dominikanischen Mann aus einem Dorf bei El Limon, der tagtäglich mit seinem alten Moped unterwegs ist und Touristen und Passanten Fundstücke aus der Taino - Kultur verkaufen möchte. Tainos waren die Ureinwohner, die von den Spaniern restlos ausgerottet wurden und von denen gibt es heute nur noch Höhlen mit Malereien und eben jene Artefakte. Das der Mann Fälschungen anbietet tut hier nichts zur Sache, denn wenn man auf Samana nach einem Taino Museum fragt, bekommt man bisher nur negativen Bescheid. Es gibt zwar ein Taino Einkaufszentrum und die Taino Art Galleries, welches aber Trittbrettfahrer sind, die aus diesem Begriff Kapital schlagen wollen. Einen Ort, wo man echte Infos bekommt, gibt es nicht. Also ist diese Kultur schon mal ausgestorben - zumindest auf Samana. Es gibt hinter Samana die "Baya de las Flechas" - die Bucht der Pfeile. Dort wurde seinerzeit Kolumbus und die Spanier bei ihrer zweiten Reise nach dem vermeintlichen Indien recht unfreundlich von Indianern empfangen. Wenn man ein Hinweisschild auf diesen historischen Ort sucht - Fehlanzeige. Macht auch nichts, denn heute streitet man sich, ob das überhaupt die echte Baya de las Flechas ist. Denn es gibt Leute, das die echte Baya de las Flechas eigentlich el Valle sei. Und das macht auch irgendwie Sinn. Denn man weiss heute, das in el Valle lange vor Kolumbus ein Indianerkrieg stattgefunden hat. Arawaks kamen mit ihren Langbooten vom Orinoco Delta im heutigen Südamerika die Karibischen Inseln herauf gerudert und diese waren sehr kriegerisch und sogenannte Kannibalen. Wo auch immer sie ankamen, begannen sie die dort bislang ansässigen Indianer zu verfolgen und zu vertreiben. Die Frauen nahmen sie sich und der Rest wurde niedergemetzelt. Und heute weiss man anhand von Ausgrabungen, das in El Valle Arawaks gelebt haben. Im Gegensatz zu den friedliebenden Tainos, die kolumbus und seine Mannen nie und nimmer angegriffen hätten. Das ist speziell an Samana. Es gibt weiter die Playa Moron, wo noch heute eine alte Kanone aus dem Sand ragt, die französische Piraten auf der Flucht "vergessen" haben. Diese Kanone sollte schon öfter von modernen "Schatzräubern" geklaut werden - sie hat sich aber bis heute keinen Zentimeter bewegt, weil sie einfach zu schwer ist und noch keiner mit dem richtigen Gerät vor Ort war, um sie zu bergen. Das ist gut so! Es gibt hinter Moron alte Befestigungsanlagen, die man sich ansehen kann. Allerdings muss man dort erst mal hinkommen, denn dieser Strand, der zu den schönsten von Samana gehört, ist in sogenanntem Privatbesitz und durch ein Tor gesichert. Wer den portier kennt und gut mit ihm steht, darf da rein und sich das ansehen. Offizieller Hinweis auf diese Sehenswürdigleit - Fehlanzeige.
vermeintliche Baya de las Flechas
Hermanos Rosario in Las Terrenas |
Ein kultureller Ort (der Zeitgeschichte) ist sicher das verschlafene Sanchez. Einst war der Ort einer der bedeutendsten Seehäfen der ganzen Insel. Der Rio Yuna hat dem aber schon lange ein Ende gesetzt, in dem er die Bucht von Samana mit seinem Schlamm versandet und verstopft hat und die wenigen Zeugnisse der Zeitgeschichte sind ein paar verrostete Eisenträger und die zerfallene Mole. Im ehemaligen Bahnhofsgebäude hausten lange die ärmsten der Armen und er wurde vor nicht allzu langer Zeit einfach abgerissen und machte einem Kinderspielplatz Platz. Komisch, wie man hier mit historischen Gebäuden umgeht! Die ehemals herrschaftlichen Handelhäuser im Kolonialstil in Sanchez gammeln vor sich hin und weichen Stück für Stück den praktischen, aber hässlichen Betonbauten. Würde man den Ort renovieren, wäre er eine Perle der Karibik. hier finden sie viel über diesen geschichtsträchtigen Ort.
ehemaliger Hafen von Sanchez Ein Zeit - Denkmal ist sicher die Brücke von Santa Barbara de Samana - auf der wandelte einst der berüchtigte Diktator Trujillo, wenn er gerade in seinem Liebesnest auf seiner Insel, die jene Brücke noch heute mit Santa Barbara verbindet, verweilte. Diese Brücke ist genauso in einem jämmerlichen Zustand und statt das man sie renoviert und die alte Villa gleich dazu, hat man all das an irgendwelche Investoren verhökert. Statt einem edlen Tagungs und Kongresszentrum, einem Museum oder einem Kulturzentrum kommt man zwar bis zu besagter Insel, aber dann war´s das. Das die Touristen sicherlich Eintritt bezahlen würden um diesen einmaligen Ort zu besichtigen, scheint noch keinem der Stadtväter von Santa Barbara in den Sinn gekommen zu sein. Was also bietet Samana an Kultur ? Wenn man es ganz ehrlich betrachtet - eigentlich fast nichts! Wenn man die Geschichte betrachtet, war Samana immer ein unzugänglicher Zufluchtsort für Outlaws und Gejagte. Die geographische Lage prädestinierten Samana zum Piratennest und Zufluchtsort für alle Arten von Flüchtigen und Gehetzten. Einst siedelten die Haitianer während ihrer Herrschaft über ganz Hispaniola. Geflüchtete Sklaven aus den Vereinigten Staaten liessen sich vor über 150 Hahren auf Samana nieder und wenn man darauf achtet, wird einem auffallen, das in und um Samana viel mehr sehr dunkelhäutige Menschen Leben wie im Rest des Landes. Interessant ist auch, das viele Samanesen englische Nachnamen haben. Wenn man den ganz alten Leuten zuhört, wird einem auffallen, das die manchmal einen ganz eigenartigen Dialekt sprechen - englisch und spanischer Kauderwelsch. Eigenständige Kultur ist selten und man begegnet ihr anderswo auf Schritt und Tritt. Samana hingegen ist ein abgelegenes Paradies, welches erst in den letzten Jahren entdeckt wurde. Es gibt jedoch die Feste und Feierlichkeiten. Kultur spielt sich im Leben der Menschen ab, in ihren Sitten und Gebräuchen, die ihr Leben bestimmen. Es gibt die Musik, den Tanz, den Gesang; es gibt die Esskultur oder spezielle Getränke. Diese Kultur lebt und wird gepflegt durch die Tradition. Bernd Appel, Las Terrenas, überarbeitet im Oktober 2007 |