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Über Pauschaltourismus - von manzana

 

zur Erklärung

Dieser Beitrag entstand 2006 auf Grund einer Diskussion im Samana Forum unter engagierten Forenteilnehmern und mir, in der mir von ihnen vorgehalten wurde, ich hätte etwas gegen Pauschaltouristen. Der Beitrag ist aber auch für nicht Forenmitglieder in sofern interessant, weil er meine Ansicht zu diesem Thema zu erklären versucht. Und ich versuche dabei aufzuzeigen, welchen Stellenwert Pauschaltourismus hier in Las Terrenas meiner Meinung nach einnimmt.  Las Terrenas ist eigentlich landesweit früher die Destination mit den meisten Individualtouristen gewesen. Der hat Las Terrenas unter Insidern bekannt gemacht und es war viele Jahre der Geheimtipp in der Dominikanischen Republik. Mit dem Einzug und dem Erfolg grosser AI Hotels hat sich der Tourismus vor Ort grundlegend gewandelt. Und dieser Wandel wird immer offensichtlicher. Aber lesen sie selbst…

Las Terrenas ist zwar laut Prospekt das gemütliche Fischerdorf auf der Halbinsel Samana. Andererseits ist es einer der am aufstrebendsten Touristenorte im ganzen Land. Die Zeit bleibt hier nicht stehen, auch wenn das so manchem Romantiker, zu denen ich mich auch irgendwie zähle, nicht so recht passt.

Las Terrenas ist nebenbei auch ein Ort, wo nach wie vor die hiesigen Einheimischen (Terreneros) leben und arbeiten und darum heute aus ihrer Sicht leider nicht mehr alleine das Sagen haben. Heute haben viele Gringos ihre Läden hier aufgemacht und warten jetzt genau auf sie und sind darum voller Zuversicht, dass sie hier grossen Erfolg haben werde. Ein Gringo ist ein hellhäutiger (weißer) Mensch, sprich ein zugewanderter Ausländer. Lediglich in den wirklich großen Hotels, die bekanntlich fast alle außerhalb von Las Terrenas liegen (sozusagen auf der grünen Wiese), entscheiden die ausländischen Investoren oder Konzerne mit dem Tourismusminister heute ganz alleine. Und nur dort können sie ihre Urlaubstraumwelten fast uneingeschränkt verwirklichen und aus dem Vollen schöpfen.Genau das ist es, was diese Manager wollen und was die pauschalen Feriengäste suchen. Las Terrenas ist das romantische Anhängsel, der karibische Wow Effekt.

Viele Schwarzweissmaler meinen, ich verachte Pauschaltouristen. Das ist ihre einfache Antwort auf eine komplizierte Frage! Aber davon  kann meinerseits nicht die Rede sein! Da verstehen viel Leser etwas völlig falsch. Viele Menschen, die meine Webseiten besuchen, interessieren sich anfangs einfach für topaktuelle Informationen zu dem von ihnen näher ins Auge gefasste Pauschalhotel. Das ist normal & legitim. Wie aber komme ich zu meiner Meinung? Das liegt wohl an den verschiedenen Blickwinkeln. Hier ist meiner: Wenn sie das tatsächlich bis zum Ende lesen, bravo! Die meisten brechen aber vorher ab – selber schuld!

Ich sehe tagtäglich die einfachen Menschen hier, wohl auch die Touristen und all die daran partizipierenden Geschäftsleute oder Angestellten in den touristischen Betrieben. Pauschaltouristen machen aber nur in der viel zu kurzen Hochsaison (Dezember bis Ostern) einen gewissen Teil in den speziellen, touristischen Zonen davon aus. Es gibt hier aber noch weit mehr andere Gäste wie z.B. Tages- , Kreuzfahrt-  oder Eventtouristen. Hinzu kommen viele reiche Wochenendgäste mit ihrem Anhang aus dem Inland. Da sind noch die Leute aus anderen lateinamerikanischen und  nordamerikanischen Klimazonen wie z.B. reiche Argentinier oder Peruaner im hiesigen Hochsommer, weil dort dann tiefster Winter ist, Amerikaner oder Kanadier aus dem Norden, Geschäftsleute & Vertreter, Langzeit - Urlauber aus Europa, Verwandte & Freunde von den sich hier bereits niedergelassenen Residenten. All das sind die Menschen, die Samana mittlerweile das ganze Jahr über auf Trab halten. Und Samana ist weit mehr als irgendeine Hotelanlage. Samana ist eine Destination. Sie sehen, sie sind nicht alleine hier. Und dieses Samana bietet heute sehr viel und das hat man zwischenzeitlich auf der ganzen Welt erkannt.

Das zum Teil fast schon fast sektiererische Gehabe mancher Stammgäste, denen es nach dem X -ten Urlaub wirklich nur noch um „Ihr Hotel“ geht, genau das geht mir persönlich manchmal doch etwas zu weit. Sei das z.B. die fast geschlossene Gemeinde „bekennender Portillaner“. Zu ihrer Information - Das alte El Portillo war das beliebteste Hotel auf Samana vor dessen Umbau und Upgrading. Diese alten Stammgäste und deren ganz speziellen Befindlichkeiten war eine Klasse für sich. Nach der Neueröffnung Weihnachten 2006, heute als gehobenes 5 Stern Hotel, trauern diese Leute ihrem alten Portillo nach. Klar kostet es heute mehr. Mir kommt das manchmal schon vor wie bei einer Daily Soap oder besser, wie bei der Lindenstrasse. Es ist eigentlich schön, dass es viele Stammgäste gibt. Aber Stammgäste erwarten dann auch einen VIP – Effekt und spezielle Behandlung und den Widererkennungswert bei langjährigen Mitarbeitern „ihres“ Hotels, ect.. Das macht die Soap.

Manche Mitglieder vom Samana Forum haben nur ihr Lieblings - Hotelsubforum auf dem Rechner zuhause oder im Büro verlinkt und blocken somit bewusst alle anderen News ab. Das geht und jeder kann bekanntlich machen, was er will. Aber verstehen sie bitte, auch diese Mitglieder des Samana Forum sind bei uns nur ein Teil des Ganzen. Aber diese Leute nehmen sich zum Teil wirklich so wichtig, als wenn es nur sie alleine gäbe. Da liegt dann mein Problem. Und wir Administratoren des Forums versuchen sie wirklich zu verstehen, aber es gibt eben noch viele andere Dinge vor Ort und in Las Terrenas, wo ich persönlich lebe.

Es gibt auch bei der Bildzeitung Menschen, die aus Prinzip nur den Sportteil lesen – bei anderen Zeitungen ist das noch viel ausgeprägter. Und das Samana Forum ist eben kein Boulevard Blatt sondern, um bei diesem Vergleich zu bleiben, eine Fachzeitschrift. Es ist das Samana Forum und nicht das Portillo Forum, welches nur eines von vielen  Subforen vom Ganzen ist. Und manchmal hat man das Gefühl, das es hier nur ums Portillo ginge. Soweit klar? Im den neusten, pünktlich und alljährlich erscheinenden Urlaubsprospekten der einzelnen Reiseanbieter ihres persönlichen Reisebüros um die Ecke steht so was sicherlich nicht. Genau solch ein Prospekt liegt möglicherweise gerade jetzt vor ihnen auf dem Schreibtisch. Da sieht man nur die hoffentlich neuen, tollen, touristisch sauber aufbereiteten Bilder der jeweils angebotenen Hotels. Diese wollen und sollen auch nur eines bezwecken –  nämlich ihre persönliche Wünsche wecken um genau dieses Angebote genau jetzt an sie zu verkaufen. Sie picken sich so zu sagen eine einzelne Rosine aus diesem großen Kuchen, den man Samana nennt.

Nein, was mich nervt, ist das dadurch entstehende, oftmals völlig fehlende Verständnis an ganz Samana als Urlaubsdestination. Und genau darum ging und geht es mir seit Jahren bei meiner Arbeit. Denn Leute, die das Forum richtig Lesen und zu schätzen wissen, bekommen hier einen echten Vorgeschmack, was sie auf der ganzen Halbinsel wirklich erwartet. Interessierte Stammgäste haben die Gegend längst von A – Z privat erkundet und die interessiert dann, was es wirklich Neues vor Ort gibt. Und diese Leute schreiben ihre gemachten Erfahrungen in ausführlichen Reiseberichten und das wiederum ist der Stoff, den dann die Neuen an Samana interessierten Gästen echt interessiert. Es ist ein Geben und Nehmen. Aber lesen sie das mal bis zum Schluss und dann ihnen womöglich ein Licht auf!

Wer machte sich denn früher z.B. Gedanken über die Ansicht der einheimischen Menschen auf Mallorca? Man fährt oder fuhr dort doch eigentlich nur aus einem Grund dort hin….hmmm, wozu wohl? Die Frage kann sich heute fast jeder selber beantworten. Nachdem die ganze Republik (Bundesrepublik) durch das Nachmittagsprogramm der privaten TV Sender über Wochen darüber auf dem Laufenden gehalten wurde und wird, wer dort gerade der bundesrepublikanische, amtierende Ober - Proll oder der „König von Deutschland“ ist. Es muss doch spätestes dann auch dem letzten normalen Menschen aufgegangen sein, was leider anscheinend für viele deutsche Zeitgenossen die Lieblings - Urlaubsbeschäftigung zu sein scheint! Mir war das dann irgendwann zu peinlich und ich war Gott sei Dank auch noch nie dort. Ähnliches habe ich während der Fußball WM gesehen. Alles Prolls? Nein, sicherlich nicht….. wohl eher eine weltweite, von den Medien gemachte und schön aufgebauschte Massenhysterie. Klar gibt es speziell in El Arenal oder hier in Sosua die echten Kampftrinker und so wurden sie immer vorgeführt. Aber mal ehrlich, die Masse ist nicht so. Und eigentlich sollen die echten Prolls doch auch besser dort bleiben. Die Einheimischen dort und hier machen aber wegen dieser Leute mehr und mehr Druck und das ist sicher ihr gutes Recht. Denn sie und ihre Kinder leben hier auch und die gehen hier wie dort zur Schule und darum meine Frage: wer will solch eine Heimat haben? Wer möchte bitteschön in München auf der Wiesn’ wohnen, wenn gerade Oktoberfest ist? Also ich bestimmt nicht.

Und was ist mit all den bei uns auf Samana (die schönste Halbinsel der Welt….) oder sonst wo hier auf der Insel am Strand liegenden Pauschaltouristen? Sind das alles Prolls? Nein, das sind meistens Menschen wie du und ich und oft mit einem recht einfachen Bedürfnis – dem Bedürfnis nach Ruhe und Erholung! Das ist eigentlich das, was die Menschen aus der ganzen Welt wirklich hier bei uns auf Samana suchen. Klar gibt es da heute auch noch ein paar Andere (die Prolls), aber die traf man früher in diesem Lande wohl eher in Boca Chica, Sosua und Cabarete und heute leider auch vermehrt in Las Terrenas. Und genau diese speziellen Gäste jammern jetzt den guten, alten Zeiten hinterher, nachdem Leonel (der Präsident) die landesweite Sperrstunde/ Polizeistunde eingeführt hat. Das hatte aber sicherlich seinen Grund. Die Gäste an den Hotelstränden in den paar grossen AI - Bettenburgen gehören ja wie schon gesagt eher zur anderen Fraktion –  eben, zur Fraktion der Ruhesuchenden. Oftmals sind das heute Pensionäre oder einfach urlaubsreife Familienväter und Mütter, manchmal sogar mit ihren Kindern, solange das Ganze bezahlbar für sie ist. Nachdem aber derzeit hier bestehende Hotels auf ein 5 Stern Niveau hoch gebeamt werden, wird die Luft für so manchen einfachen Pauschalgast dünn und diese Leute müssen sich jetzt wohl eine neue, in ihr persönliches Budget passende Destination suchen. Und Destinationen gibt es weltweit genug. Denn wir wollen hier auf Samana, genau wie die Menschen auf dem Mallorca von heute, sicher keinen Billig - oder Massentourismus a’ la El Arenal oder wie früher in Sosua haben.

Las Terrenas ist nach wie vor anders. Und so soll das auch bleiben. Und es soll sogar noch viel besser werden, wenn es nach dem wunsch der Macher geht. Leider heute schon zu teuer für viele Menschen. Und die Preisschraube dreht sich immer weiter. Fazit, viele individuelle Stammgäste kommen nicht mehr; dafür aber mehr Neckermänner. Derzeit lässt sich eher über die nicht einzuhaltenden Termine bei Neu - und/oder Wiedereröffnungen hiesiger Pauschal oder AI Hotels diskutieren, denn da wird mächtig gepokert. Genau hier sind zum Teil die „bösen Gringos“ mächtig am Werk, um die Leute so richtig zu verschaukeln. Weil da Sachen versprochen wurden und werden, die schlicht nicht einzuhalten sind. Das wird bald Juristenfutter geben und das wird speziell bei den Pauschaltouristen über die Festtage wohl wieder für viel böses Blut sorgen. Andererseits werden jede Menge reiche Dominikaner hier sein und denen ist das eigentlich völlig egal. Gleich zwei Gründe für die Neckermänner, nach der Rückreise mächtig zu reklamieren. Des Einen Freud ist des Anderen Leid! Aber auch das hat seinen Grund. Das hat mit den verbindlichen Verpflichtungen der vertraglich gebundenen Hotels und Hotelgruppen gegenüber den Reiseveranstaltern zu tun, eine zuvor vereinbarte Bettenkapazität termingerecht bereit zu stellen. Und genau hier liegt das Problem. Betten ja… aber leider noch eine Riesen - Baustelle dazu! Und hier genau kommt dann wieder mal die „Frankfurter Tabelle“ ins Spiel (die so genannte Frankfurter Tabelle wird vom Frankfurter Landgericht angewendet ,zur Berechnung von Reisepreisminderungen).

 „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“  sagt man im Volksmund. Und klar werden viele  der neuen „alten“ Hotels nicht rechtzeitig fertig werden. Wie denn auch? Das war und ist pure Selbstüberschätzung oder ganz klar kalkulierte Geschäftemacherei der einzelnen Pauschal Hotels oder Holdings. Der internationale Tourismus ist heute ein Haifischbecken und im Moment geht es kurz vor Weihnachten auch hier drunter und drüber. Und wer zuerst kommt, muss eben dann herhalten. Nennt man das jetzt karibisches Frühbucherpech? In einem halben Jahr ist diese kommende Hochsaison längst Geschichte und man wird hoffentlich etwas daraus gelernt haben. Zumindest bei Holiday - Check kann man das später immer schwarz auf weiß nachlesen. Die einheimischen Samaneser und Samaneserinnen  können da nichts dafür, denn sie wohnen einfach nur ihr Leben lang bereits hier. Die kleinen aus und inländischen Investoren vermarkten etwas, was ihnen schlichtweg nicht gehört. Denn Samana gehört grossteils immer noch den Menschen hier bis auf die großen Hotels und die vielen, verkauften Villengrundstücke und Strandabschnitte. Genau genommen auch nicht mal die, denn die ersten 60 Meter ab der Wasserlinie gehört nach wie vor der Dominikanischen Kriegsmarine und somit dem dominikanischen Volk. Kriegsmarine? Strand! = Kriegsgebiet?  Tja, liebe Pauschaltouristen, sie erleben es womöglich weniger selber, denn sie befinden sich vor Ort ja hoffentlich nur in dem Hotel ihrer persönlichen Wahl, aber ganz Samana befindet sich derzeit im Krieg. Und zwar im Krieg der Sterne (Der Hotelsterne besser gesagt). Und im Krieg gibt es bekanntlich Verluste und Orden. Genau das passiert hier bei uns und es geht in diesem Teil von Samana genau um sie, liebe Pauschaltouristen. Es geht dabei um ihre Gunst und ihre weiteren Entscheidungen. Sie sehen, sie sind hier sehr wichtig für die Zukunft der „neuen“ alten und vor allem der großen Pauschal - Hotels. Aber es gibt noch andere. Einige, wenige und heute einflussreiche Familien von hier sind stark als Subunternehmer im hiesigen Tourismus engagieret. Nennen wir es die Creme de la Creme. Menschen, die rechtzeitig erkannt haben, was hier auf sie zukommt. Und sie haben reagiert und sind fein raus. Aber die Masse der Menschen lebt einfach nach wie vor in ihrer gewohnten Umgebung und staunt, was hier passiert. Man muss als Samaneser heute froh sein, wenn man am Tourismus auch partizipiert. Lange hier lebende Residenten verlieren ihre einst gewählte „Insel der Glückseligen“  und die müssen mit den neuen Bedingungen genau so klarkommen wie die Einheimischen. Sie beißen auf die Zähne oder sie ziehen weiter oder gehen frustriert wieder in ihr Heimatland. Andere, aus diesem Grund zugereisten Investoren erhoffen sich schon bald das große Geschäft, aber die sind für die allgegenwärtigen Geschäftemacher aus der Region oder von auswärts eh nur saisonal bedeutend und darum austauschbar. Neues Spiel – neues Glück – eigentlich ein sehr altes Spiel. Welcher Gastronom träumt nicht von einer gut gehenden karibischen Strandbar? Ich selber lebe hier übrigens immer noch, weil ich dass echte Samana liebe. Ich komme aus dem Schweizer Tourismus und der dortigen Gastronomie, aber habe mich bereits vor einigen Jahren in die Halbinsel Samana verknallt, weil sie eben so anders war und es auch heute  immer noch ist.

Auch ich hatte meine Ambitionen und führte sogar mal ein kleines Hotel hier. Aber das ist bereits eine Weile her und seither habe ich ganz andere Ideen und Ziele. Mir sind die Menschen hier wichtiger geworden und so versuche ich, Gleichgesinnte zu finden, um mein Projekt irgendwann konkretisieren zu können. Und die jetzige Entwicklung macht mir darum genauso Angst, wie vielen anderen Europäern und Einheimischen oder aus ähnlichem Grund irgendwann zugezogenen Dominikanischen Gleichgesinnten. Es geht um den Authentizitätsverlust von Samana, genau wie es heute den Menschen auf Mallorca oder anderswo in der touristischen Welt geht. Pauschaltouristen interessiert das eigentlich nicht, weil die immer genau dort landen, wo für sie gerade das Angebot stimmt; sprich der Preis und die Leistung. Der Rest ist diesen Menschen in der Regel mehr oder weniger egal – Hauptsache der exotische, und in diesem Fall karibische Ferienwunsch entspricht deren Vorstellung. Manche verlieben sich auch in diese wunderbare Region und werden gerne in unsere Gemeinde aufgenommen, wenn sie dazupassen. So rekrutiert man Stammgäste. Die meisten kenne ich persönlich und es sind alles tolle Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft. Die einfache Reiselust wird wiederum saisonal von den Reiseveranstaltern gemacht, lanciert und geschickt vermarktet. Aber  schön war es hier schon immer und das bereits lange bevor dem ersten fremden Gast hier eintraf. Das ist das wahre Geheimnis von Samana und genau darum haben wir jetzt Angst, das diese Schönheit durch den erhofften Ansturm von Massentouristen verloren geht. Alles hat seinen Preis. Das ich dieses, oder mein Samana einem von mir ausgesuchten Publikum zeige, hat darum auch nichts mit Geschäftemacherei zu tun, sondern es ist mir eigentlich ein echtes Anliegen! Ein reines Geschäft ist es aber für die großen Tour - Anbieter, die eigentlich nur dann losfahren, wenn der Tourbus auch voll besetzt ist. Man begegnet diesen Gefährten immer öfter unterwegs oder hier bei uns irgendwo am Strand und meist sind es heute sogar kleinere Konvois mit mehreren vollbesetzten Fahrzeugen. Wer das braucht oder lieber möchte – bitteschön. So lange die Camions nicht bei mir im Garten auftauchen, ist mir das eigentlich egal. Trotzdem werden viele Menschen hier immer wieder ungefragt abfotografiert, weil sie zufällig an einem markanten Punkt leben, an dem viele dieser Pauschaltouristen - Safaris tagtäglich vorbeikommen. Und das nervt die Menschen dann schon und sie können sich leider nicht dagegen wehren, ständig in ihrem Privatleben belästigt zu werden. Also, was tun sie? Immer Lächeln und dabei hinter dem Rücken die Faust machen. Andere eröffnen hoffnungsvoll einen Verkaufsstand und wundern sich dann, dass von denen Touristen eigentlich nie jemand was bei ihnen etwas kauft oder so ein vollbesetzter Truck überhaupt mal anhält. Warum eigentlich nicht? Weil diese Safaris nur dort anhalten, wo der Tourbegleiter seine vorher ausgemachte Provision bekommt. Was ganz einfach bedeutet - gut schmieren und brav zahlen. Wahrscheinlich macht der Guide der den Job nur aus diesem Grund? All das wissen die pauschal touristischen Menschen auf dem speziellen Exkursions- Car nicht. Die schauen nur die exotische Landschaft an, staunen hier und da und fotografieren und lassen sich so ein wohltemperiertes Bilderbuch - Samana vorführen, bei dem eigentlich nichts dem Zufall überlassen bleibt.
Und genau das mag ich nicht, denn so werden die Menschen hier lediglich zu reinen Statisten und unbezahlten Laienschauspielern degradiert. Die Kinder am Straßenrand werden so zu armen „Dollar, Dollar“  bettelnden Dritte Welt Beispielen. „Eh Papa – haste die armen Kinder gesehen…gib doch mal was rüber...! Und genau das sollte man meiner Meinung nach vermeiden. Denn das ist hier kein Karnevalsumzug oder ein Besuch im Zoo sondern eigentlich das echte Leben auf Samana. Und genau das geht den großen Tour - Veranstaltern auf Deutsch völlig „am Arsch vorbei“ denn die wollen einfach nur volle Tourbusse und sonst nichts. Und so werden eigentlich alle nur verarscht. Die Leute auf dem Car und die Menschen am Straßenrand. Alles inklusive nennt man dieses Modell. Bitte, wer das braucht! Wer nicht will, der hat schon…. Nur die meisten Hotels kungeln doch lieber mit diesen schlauen Veranstaltern, weil es da wieder ordentlich was abgibt. Jeder muss hier rechnen und eine Hand wäscht die Andere… Und das funktioniert bei den Grossen und so manchem Kleinen bestens. Echtes Engagement ist darum auch nicht wirklich gefragt – dazu hat man entweder keine Zeit oder bereits kassiert. „Und morgen Papa, da liegen wir aber wieder gemütlich am Strand, gell… denn das stundenlange Geschüttel geht einem ganz schön auf den Magen. Ich freue mich übrigens schon wieder auf das Buffet am Abend mit den leckeren Buletten…!“  So oder ähnlich tönt es dann öfter nach einer offiziellen Jeepsafari und wer will der armen Frau das auch vergönnen. Leider hat sie nur noch vier Tage bis zum Rückflug und wer weiß, wie das Wetter morgen wird. Schließlich hat sie Sonne, Traumstrand und Palmen gebucht und mehr wollte sie ja eigentlich nicht, bevor die tägliche Maloche zuhause wieder losgeht. Samana ist bekanntlich die regenreichste Region der Dominikanischen Republik. Das steht sicher nicht in ihrem Reiseprospekt. Aber hier steht es. Fazit! Sie lieber Leser bekommen von mir zwar öfter mal eine Breitseite, aber zumindest wissen sie dafür bis heute gratis und frei etwas mehr über ihre gebuchte Urlaubs - Destination als z.B. das symphatische Touristen - Pärchen auf den Nachbar – Strandliegen, welches sie womöglich hier kennen lernen werden. Denn diese Leute, die einfach nur bei Meyers Weltreisen gebucht haben und die Ihr Hotel darum auch nur aus dem bunten Prospekt kennen, werden sie ganz sicher kennen lernen. Das gehört ja auch zu schönen Ferien. Wer weiß, eventuell treffen wir uns ja tatsächlich mal persönlich sonntags beim Valerio in Coson oder zufällig beim Castro in El Valle zum Talk und einem eiskalten Bohemia. Diese Beiden Dominikaner und viel Andere können sie übrigens gerne mal privat Fragen, was die mir für diesen Spruch bezahlen. Da bin ich aber mal gespannt! Bienvenidos auf der schönsten Halbinsel der Welt!

manzana, verfasst im Oktober 2006

 

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Gedanken bei einem nächtlichen Spaziergang durch Las Terrenas

 
 
 
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