Dominikanische Geschichte - der Tod der Schmetterlinge

hermanas mirabal

die Geschwister Mirabal

leonidas trujillo

Leonidas Trujillo


Wer waren die Geschwister Mirabal ?

Auf die Ermordung dreier oppositioneller dominikanischer Schwestern geht der »Aktionstag gegen Gewalt an Frauen« zurück. Am 25. November 1960 ließ der dominikanische Diktator Trujillo drei der vier Schwestern der Mirabal-Familie umbringen, weil sie und ihre Männer gegen seine Politik rebellierten, aber auch, weil eine von ihnen seine sexuellen Avancen zurückgewiesen hatte.

Ihre Augen reflektieren auch nach mehr als vier Jahrzehnten den Schrecken. Ihre Stimme klingt rauh und droht sich jeden Moment zu überschlagen. Bélgica Adela Mirabal Fernández kann sich noch an jeden Moment des 25. Novembers 1960 erinnern. »Die Schergen des Diktators Trujillo haben meine drei Schwestern Patria, Minerva und María Teresa ermordet«, sagt sie. Immer wieder hat Bélgica Adela Mirabal Fernández Freunden und Fremden von jenem außergewöhnlich regnerischen Tag berichtet.

Kurz nach acht Uhr hatten ihre Schwestern Patria (36), Minerva (34) und María Teresa (25) damals das weitläufige elterliche Anwesen in Salcedo, einer Kleinstadt im Zentrum der Dominikanischen Republik, verlassen. Die drei Frauen wollten ihre seit zehn Monaten inhaftierten Männer in der 70 Kilometer entfernten Hafenstadt Puerto Plata besuchen. »Etwas Bedrohliches lag in der Luft«, beginnt die 78-jährige, jung wirkende Frau mit der weiß eingefärbten Haarsträhne, die Geschichte. Den Abend über kümmerte sie sich um ihre beiden Söhne und die Kinder ihrer Schwestern. In der Nacht wartete sie vergeblich auf deren Rückkehr. Es dämmerte schon, als schließlich ein Junge auf einem Maultier im Galopp ankam. »Da wusste ich, Trujillo hat sie umbringen lassen.«

»Drei Mütter und ein Fahrer bei tragischem Autounfall ums Leben gekommen«, titelte über fünf Spalten zum gleichen Zeitpunkt in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo die Abendzeitung »La Nación«, das offiziöse Sprachrohr des Diktators. Am Abend des 26. November kamen die bereits eingesargten Leichen. Um das Verbot, die Särge zu öffnen, kümmerte sich die Familie nicht und der Anblick, der sich bot, bestätigte die schlimmen Vermutungen: Die Schädel der Toten waren zertrümmert, am Hals Würgespuren erkennbar. Heimlich schnitt Doña Dedé, wie sie von allen gerufen wird, ihrer jüngsten Schwester María Teresa den schwarzen Haarzopf ab. »Ich konnte nicht anders«, erklärt sie. »In all den Jahren unserer Kindheit habe ich diese Haare so oft und mit so viel Liebe geflochten.«


Quelle: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Gewalt/frauen.html

alvarez

zum Buch:

Die Zeit der Schmetterlinge

Klappentext: »Am 6.August 1960 traf meine Familie aus der Dominikanischen Republik in New York ein, ins Exil getrieben von Trujillos Tyrannei. Mein Vater hatte an einer Verschwörung teilgenommen, die von Trujillos gefürchteter Geheimpolizei aufgedeckt wurde.

Etwa vier Monate nach unserer Flucht wurden drei Schwestern, die ebenfalls im Untergrund tätig waren, auf der Heimfahrt auf einer einsamen Gebirgsstraße ermordet. Sie hatten ihre inhaftierten Männer besucht, die man in ein abgelegenes Gefängnis verlegt hatte, um die jungen Frauen zu zwingen, die gefährliche Reise auf sich zu nehmen. Nur die vierte Schwester, die nicht mitgefahren war, blieb verschont.

Ich war noch ein junges Mädchen, als ich von dem "Unfall" hörte, und seitdem gingen mir die Schwestern Mirabal, die vom Volk liebevoll "die Schmetterlinge" genannt wurden, nicht mehr aus dem Sinn. Ich sammelte alles Material über die ebenso tapferen wie schönen Frauen. Mich ließ die Frage nicht los: Woher hatten sie diesen ungewöhnlichen Mut genommen?

Auf der Suche nach Antwort machte ich mich daran, ihre Geschichte niederzuschreiben. Ein Roman ist gewiß kein historisches Zeugnis, aber er ermöglicht eine Reise durch das menschliche Herz.«


zum Film:

Die Zeit der Schmetterlinge (In the Time of the Butterflies)

ist ein US-amerikanisch-mexikanisches Filmdrama über die Schwestern Mirabal aus dem Jahr