eine fast alltägliche Geschichte

 

Teil 3 - die Rückkehr ins Paradies / Janelis Machenschaften

Merengue - laut, schnell und mit einem irren Rythmus (Merengue tipico) dröhnte aus den Boxen des Taxis. Ebenso schnell schien das Fahrzeug über die abenteuerliche Piste zu brettern. Roberto grinste über das ganze Gesicht und hämmerte den Takt auf das Lenkrad, welches er scheinbar mühelos im Griff hatte, obwohl der Wagen beängstigend hin und her hüpfte. "!en Las Terrenas muy bien...., muchas chicas ! brüllte er in den Fond und nickte verheißungsvoll. Das Touristenspanisch verstand auch Erwin, der sich krampfhaft am Seitengriff der Türe festhielt. "Solo una media hora...." verstand er ebenfalls . Anscheinend waren sie mittlerweile auf der Zielgeraden zwischen Nagua und Sanchez angekommen. In Sanchez würde er dann links hoch in die Loma abbiegen und dann noch mal 16 km wie auf einer Achterbahn hoch und runter rasen. Speziell diese Strecke hatte es, was die riesigen Löcher im Asphalt anbelangt, so richtig in sich. Aber er vertraute Roberto Schumacher und konnte es ausserdem kaum erwarten, endlich in dem Dorf "Hoyo de Cacao" anzukommen...... Überraschung!

Eventuell reichte es ja auch noch für einen kurzen Stopp bei der Finca Ecotopia. Er hatte das letzte mal diesen verrückten Pflanzendocktor kennen gelernt, der dort mehr oder weniger gewerblich einen paradiesischen Blumengarten betrieb. Blumen für die Mama; Blumen für Janeli.. zweimal so einen richtig fetten Strauss, so das die ganze Wellblechhütte mit Blumen gefüllt sein würde. Erwin war sichtlich in Hochstimmung.

Er machte seinem Taxista mit Händen und Füssen klar, was er wollte, was Roberto ein noch breiteres Grinsen auf sein rundes Gesicht zauberte. Er verstand nur soviel, das er anscheinend ein Tiger sei - Tiger auf Samana? Der Kerl hatte eine blühende Fantasie....Das mit den Blumen klappte dann auch tatsächlich und nach einer halbstündigen Pause ging es an die letzten 2 km.

Da stand sie wieder vor ihm, halb hinter Palmen und Büschen versteckt ; Mama Mercedes blaue Wellblechbude - eigentlich ein schnuckeliges Holzhäuschen, welches mit Wellblech gedeckt war. Die Türe stand wie immer sperrangelweit offen .... typisch... hier schloss keiner sein Haus ab. Roberto wollte schon die beiden Koffer aus dem Kleinbus hieven aber Erwin gab ihm ein Zeichen, zu warten.

Erwin wollte seine Traumfrau überraschen und dabei der Frau Mama hallo sagen und dann seine Janeli gleich mit ins Taxi packen, um sie erst mal an die Playa Bonita in ein kuscheliges Hotel zu entführen. Dort könnte man ein paar Tage die Zweisamkeit genießen und sich in aller Ruhe nach einem schmucken Häuschen am Strand umschauen. Erwin ging zum Haus und rief laut "hola!!!" ...keine Antwort... er ging um die Hütte und warf einen Blick in den Garten und rief nochmals "hola!!". Es raschelte im Gebüsch und ein Kopf lugte daraus hervor und Mercedes brüllte "Huepa! - qué tal? Schwiegermutter in spe umarmte ihn stürmisch und klopfte im kräftig auf den Rücken. "!Dios mio! .....sie bekam sich gar nicht mehr ein vor lauter Freude und kniff ihm mehrmals in die Backe. ... casi no me lo creo...vaya,vaya! So ging es in einem fort und dabei zog sie ihn zur Türe der Hütte. Roberto dachte mit und holte schnell den grösseren Strauss aus dem Taxi um ihn Erwin in die Hand zu drücken, denn vor lauter Aufregung hatte der die Blumen anscheinend vergessen. Er überreichte in Mama Mercedes und sie schrie !Que lindo.....me gusta mucho!,

Roberto hatte die Situation klar erkannt und setzte sich auf einen halben Plastikstuhl im Garten. Das konnte jetzt ein paar Minuten dauern - er musste zwar noch nach Puerto Plata zurück - 2 - 3 Stunden Fahrt, je nach Verkehr... aber hier fand ein echtes Wiedersehen statt und sein Gringo war anscheinend mit der Seniora liiert. Die Gringos waren schon ein komisches Völkchen?!?!... was wollte der Kerl mit einer älteren Frau. Ihm sollte es recht sein. ....solange der Fahrgast zahlen und ein anständiges Trinkgeld geben würde.

Erwin erkundigte sich derweil nach Janeli, die ja anscheinend nicht da war. "!Oye, mi pobrecito!... meinte Mercedes und schaute ihn etwas verlegen an. "Die Angebetete war seit gestern bei einer Tante in Barahona zu Besuch"..., erfuhr er dann zu seiner Enttäuschung. "Man könne sie dort jedoch nur sehr schwer erreichen, weil die Tante selber kein Telefon hätte". Ihr Handy, welches ihr Erwin extra gekauft hatte, hatte Janeli dagelassen denn in dem kleinen Dorf bei Barahona gäbe es eh keinen Empfang und so könne die Mama es solange benutzen (was sie aber nicht tat, weil sie gar nicht wusste, wie ein Handy funktioniert....). Es gäbe aber einen Colmado mit Festnetzanschluss in dem kleinen Dorf, dessen Besitzer sie seit Jahren gut kenne - dort würde sie sogleich anrufen. Sie fragte Erwin, ob er wüsste wie so ein Cellular funktionieren würde und mit Robertos Hilfe klappte es dann auch. Nach drei Minuten hatte Mercedes dem Ladenbesitzer aufgetragen, ihrer Schwester auszurichten, das Janelis Gringo da sei und das sie so schnell wie möglich nach hause kommen solle. Auch Roberto hatte zwischenzeitlich mitbekommen, das die eigentliche Hauptperson nicht die Mama war und klopfte unserem Ueberraschungsgast mitfühlend auf die Schulter...!no problemo, amigo!"

Dann, 20 Minuten und einige mütterliche Besos später, war Erwin mit seinem Taxi wieder unterwegs Richtung Playa Bonita. Er würde sich eben alleine nach einem Bungalow umsehen müssen und zwischenzeitlich auch ein Quad mieten um etwas in der Gegend rumzukurven. Er kannte ja bereits ein paar Leute vor Ort, denen er zwischenzeitlich einen Besuch abstatten konnte. Trotzdem ärgerte er sich, denn von dem Besuch der Tante hatte sie ihm beim letzten Telefonat vor zwei Tagen nichts erzählt. Nun, er konnte sich eigentlich auch nicht beschwehren, denn sein Ueberraschungscoup war ja auch ganz schön in die Hosen gegangen.

Für 2 -3 Nächte fand unser Held schnell ein Hotelzimmer im Goyamol, einem kleinen, privaten Strandhotel, welches von einem Münchner Aussteigerpaar seit ein paar Jahren sehr gefühlvoll gemanagt wurde und nachdem er sich dort provisorisch eingerichtet hatte musste er erst mal an den Strand - ein Sprung ins Wasser würde ihn sicher auf andere Gedanken bringen.

Ortswechsel

Janeli saß derweil auf einem Liegestuhl und blickte finster über die Bucht von Las Flechas bei Samana.Diese Bucht hiess auf deutsch "die Bucht der Pfeile", weil hier Columbus anscheinend auf seiner 2. Reise statt freundlich wie sonst mit einem Pfeilhagel von den Ureinwohnern empfangen wurde. Das kurze Telefongespräch hatte sie sichtlich in Verlegenheit gebracht. Felipe hatte gleich nach dem Anruf von Mercedes persönlich Janelis Tante Esperanza aufgesucht und ihr die freudige Nachricht übermittelt. Komisch, dachte Esperanza, anscheinend wusste Mercedes nicht, das Janeli gar nicht in Barahona angekommen war. Sie stiefelte mit Felipe zurück in seinen Colmado und telefonierte mit Janeli. Die fiel aus allen Wolken als sie begriff, welche Überraschung sich ihr Erwin da ausgedacht hatte.

Esperanza kannte sich wie ihre Schwester mit den modernen Cellulars nicht aus und war wie Mercedes etwas altmodisch. Als es vor wenigen Tagen hieß, Janeli wolle sie besuchen, war sie ganz aus dem Häuschen gewesen, denn sie hatte die Tochter ihrer Schwester schon eine Weile nicht mehr gesehen. Um so enttäuschter war sie aber, als Janeli ihr gestern über Felipe ausrichten ließ, das sie erst in fünf Tagen kommen könne, weil sie unbedingt noch bei einer Freundin in Santo Domingo vorbei schauen musste. Diese sei 2 Wochen früher als geplant Mama geworden und da war es natürlich klar, das sie ihre Freundin und deren Nachwuchs zuerst besuchen wollte. Sie hatte Tante Esperanza eingebleut, das wenn irgend etwas Dringendes sei, sie selber oder der gute Felipe unbedingt auf diesem Handy anrufen solle. Nun, das hatte sie somit getan und nun war natürlich klar, das Janeli diesmal gar nicht kommen würde. Schließlich war ihr Novio aus Alemania wichtiger als die alte Tante in Barahona. Oder würde sie womöglich mit ihren Galan irgendwann vorbei kommen? Das diese jungen Frauen sich heutzutage keinen anständigen Dominikaner als Freund nehmen konnten, war der Tante schleierhaft. Das schien eine neue Mode zu sein, denn Janeli war nicht die Erste aus der Verwandtschaft und dem Bekanntenkreis, die lieber mit einem Gringo anbandelten.

In einem Luxusappartement über der Bucht von Las Flechas

Michel trat mit zwei prächtigen Pina Coladas auf die große Terrasse und stellte einen davon auf den kleinen Beistelltisch neben Janelis Liegestuhl. Wie immer bewunderte er ihren perfekten Körper - sie war eine echte exotische Augenweide, aber irgendwas schien sie zu ärgern, denn sie machte gerade keinen besonders glücklichen Eindruck. Als er mit ihr anstoßen wollte, drehte sie sich abrupt um, stand auf und verschwand in dem großzügigen Appartement. Michel seufzte kurz, schüttelte den Kopf und nahm einen kräftigen Schluck aus dem bauchigen Glas. Er kannte das ja schon zur Genüge; selten konnte man es diesen hübschen jungen Perlen recht machen und selbst wenn man richtig tief in die Tasche langte, waren sie noch immer nicht zufrieden. Er stellte sein Glas ab und machte Anstalten in den großzügigen Pool zu hüpfen, als Ana im Türrahmen erschien. Sie lächelte ihn an und meinte, das sie absolut nichts gegen eine erfrischende Pina Colada einzuwenden hätte.

Nanu, woher denn der plötzliche Sinneswandel...dachte Michel, aber schließlich war er ein Gentleman der alten Schule und reichte Ana behende das Glas, welches er von Luis eigentlich für Janeli hatte mixen lassen. Ana meinte freundlich "Gracias" und schaute ihm in die Augen. "!Salud cariño…! Ana hatte kein Oberteil an und Michel konnte sich gar nicht genug an ihr satt sehen. Ana war sich absolut bewusst, das der alte Lustmolch sie fast verschlang, erwiderte seine Blicke aber mit einem gewagten Lächeln und fragte ihn dann auffordernd, ob er mit ihr zusammen eine runde Schwimmen wolle. Michel dachte in diesem Moment zwar an alles andere als ans Schwimmen aber fand diese Idee trotzdem ganz bezaubernd.

Als Janeli gestern Abend mit ihrer Freundin zum vereinbarten Date erschienen war, reagierte Ana ihm gegenüber eher etwas sehr unterkühlt, aber was noch nicht war, das konnte ja noch werden, dachte er da bei sich. Heute Mittag war anscheinend plötzlich alles ganz anders und Michel war glücklich. Er zog sich die Badehose aus und sprang mit einem Grinsen nackt in den grossen Pool. Ana verdrehte die Augen, zog ihren Tanga aus und tat es ihm gleich.

Die Agentur hatte Michel vorgestern für die kommenden drei Tage und zwei Nächte zwei Superhasen versprochen und man hatte ihm am Telefon versichert, das er wie immer zu 100 % auf seine Kosten kommen würde. Nachdem er die letzte Nacht aber nur mit einer der Beiden das Vergnügen gehabt hatte, wollte er diese Madame von der Agentur gleich heute Morgen anrufen und sich erst mal richtig beschweren. Janeli war zwar wie versprochen eine Augenweide aber ihre sexuelle Leistung war eher bescheiden gewesen. Die ganze Nacht nach dem teuren Essen schaute sie Fernsehen und zappe von einer Novela zur nächsten. Was sich diese Mädchen für einen Müll anschauten - grauenhaft. Michel machte gute Mine zum bösen Spiel und kam sich dabei ziemlich verarscht vor. Als er dann die Fernbedienung endlich zurückeroberte und den Stecker rausgezogen hatte, schmollte die Süsse zuerst mal. Er meinte darauf hin, das er morgen wohl ein ernstes Wort mit der Agentin sprechen müsse und das wirkte dann erst mal. Zwar erlebte er nicht gerade ein Wunder aber irgendwie kam er trotzdem noch auf seine Kosten. Ana ginge es leider schon am frühen Abend nicht so gut - das teure Essen im Restaurant war ihr anscheinend nicht so recht bekommen. Sie verzog sich sofort ins Gästezimmer und man hörte nurmehr den Fernseher blöken. Janeli versicherte Michel, das sich das sicherlich wieder gäbe - sie habe öfter mal solche Attacken. Michel hatte das dann schlussendlich auch eingesehen (was blieb ihm nachts um 12 in seinem extra gemieteten Luxusappartement, 60 km von Las Terrenas und dem prallen Leben entfernt, auch anderes übrig), und er war ja schliesslich kein Unmensch.

Das Geschäftsdiner im Cafe Latino in Santa Barbara war ein voller Erfolg gewesen. Sein Kunde war von den Mädchen sichtlich beeindruckt und hatte Michel ganz diskret gefragt, wie man denn an so was Reizendes im Doppelpack käme. Nun, da er schon eine ganze Weile in Las Terrenas lebe, ergäben sich da solche Bekanntschaften, gab er dem französischen Landsmann zur Antwort. Wenn er es aber diesbezüglich besonders eilig hätte, könne er ihm die diskrete Telefonnummer einer Agentur geben, die sich in Las Terrenas auf solche Arrangements spezialisiert hatte. Damit hatte er den Kauf über 30 Tarea Land und den Bauauftrag für eine schmucke Villa so gut wie in der Tasche, denn er hatte sich vorbereitet und von einem Bekannten erfahren, auf was der alte Knabe steht. Michel hatte zudem rausgefunden, das der Kunde nur 2,5 Stunden Zeit hatte, weil er in dieser Nacht noch nach Santo Domingo musste und so bereitete es ihm auch doppelt so viel Vergnügen, den Kunden im Rückspiegel zu betrachten, als er alleine mit seinen zwei Grazien im gemieteten Lexus vom Parkplatz abrauschte.

Ja, und somit war der vorige Abend trotzallem ein voller Erfolg gewesen und spätestens in einer Woche wollte man sich dann wieder beim Anwalt von Michels Immobilienbüro treffen. Das die Belohnung für seine Bemühungen dann doch nicht ganz so toll ausgefallen war, wurmte ihn zwar etwas, aber immerhin konnte er mit einem satten Gewinn von einigen zehntausend Dollar rechnen. Somit waren die Spesen wie die 600 US$ für die Kontakt - Agentur und die Miete für dieses doch recht luxuriöse Domizil weitab von Las Terrenas durchaus gerechtfertigt. Den Tipp für diese erlesenen Luxusappartements, rund 10 km hinter Samana und schön versteckt in den Bergen, hatte er von einem dominikanischen Senator aus Santiago erhalten, den er bei einem Geschäft vor mehr als einem Jahr kennen gelernt hatte. Hier verkehrten scheinbar öfters die hohen Tiere von der Regierung, um sich ab und an ein schön diskretes Weekend zu gönnen. Er selbst war nun zum dritten mal hier und der ganze Service war wirklich einwandfrei. Man musste sich um rein gar nichts kümmern, das Essen kam wunderbar dekoriert aus dem benachbarten Luxushotel wie auch die Getränke und Luis, der Mann für alles, servierte wirklich galant und gekonnt die erlesenen Speisen und machte nebenbei die besten Drinks von Samana. Außerdem war der für das Appartement abgestellte Zimmerkellner absolut diskret und sehr bescheiden.

Janeli erschien nach einer Weile wieder auf der Terrasse und hatte anscheinend bessere Laune als zuvor. Sie alberte etwas mit Ana herum und nachdem sie Michel gemeinsam in den Pool geworfen hatten hingen alle drei auf den Liegestühlen rum und schlürften eiskalten Champagner. Dann meinte Janeli plötzlich aus heiterem Himmel - morgen Nachmittag müsse sie spätestens zurück in Las Terrenas sein! Michel verdrehte die Augen, wollte etwas sagen aber sie unterbrach ihn barsch.... "morgen Nachmittag!"

Sie konnten den alten Franzosen nicht leiden. Er war zwar allgemein als großzügig bekannt, aber man erzählte sich allerlei Geschichten über seinen schlimmen Lebenswandel. Er benutzte die Mädels seit Jahren für seine Immobiliengeschäfte als Lockvogel und diese wussten das genau. so wussten sie mittlerweile auch, um welche Summen es in etwa so bei einem Deal ging, denn eine der Dominikanerinnen, die im Büro seiner Immobilienagentur arbeitete, hatten das mal an einem Tanzabend im Carwash erzählt. Janeli konnte es erst gar nicht fassen aber seit sie für die Agentur arbeitete, erkannte sie langsam, um was es in dem Business ging.

Eigentlich wollte sie ja nie im Leben solche Jobs machen, aber eine ihrer Freundinnen hatte sie vor einiger Zeit mal angesprochen. Zum Glück hatte Janeli nie auf der Strasse gearbeitet. Sie war immer ein gut behütetes Mädchen gewesen. Es ging damals einfach nur darum, das sie mit reichen Männern zum Essen und in die Bars gehen sollte - ohne jegliche Verpflichtung. Der Mama hatte sie das dann logischerweise etwas anders erklärt und als gesellschaftliche Anlässe hingestellt. Es sei eine Ehre, daran teilnehmen zu dürfen. Nachdem Mercedes erfahren hatte, das auch andere Töchter aus besseren Familien für diese Agentur arbeiteten, gab sie schlussendlich doch ihr OK. Ihre Freundin hatte sie dann in das Office mitgenommen und die Französin, die übrigens sehr gut spanisch sprach, hatte das Ganze als eine Art höhere Dienstleistung hingestellt. Sie musste dabei auch einen Vertrag unterschreiben, in dem ganz klar stand, das diese Arbeit absolut nichts mit Prostitution zu tun habe, sondern sie eine Repräsentantin der Agentur sei. Sie müsse lediglich immer gut angezogen sein und man brachte ihr wärend drei Nachmittagen bei, wie man gepflegt isst, wie man sich benimmt und was man in schicker Gesellschaft absolut nicht machen durfte. Danach wurde sie zweimal Mal probehalber engagiert und machte das anscheinend sehr gut. Seitdem hatte sie den Job und hatte bisher nicht schlecht dabei verdient. Sie begann einen Computerkurs und musste immer öfter auch mal nach Santo Domingo - um französisch zu lernen. 90 % der Kunden waren schliesslich Franzosen und reiche Geschäftsleute.

Irgendwann hatte sie mal eine andere Bekannte aus der Agentur auf die Seite genommen und ihr erzählt, was sie so nebenbei noch verdiene, wenn sie etwas freizügiger mit den Vertragsbedingungen umgehen würde. Janeli war zunächst schockiert.... ihre Mutter verdiente weniger in der Woche als diese "Edelputa" in einer Nacht. Als dann aber Weihnachten kam und sie einfach zu wenig Geld hatte, um ihrer Mutter einen langersehnten Wunsch zu erfüllen, was es das erste Mal passiert. Sie hatte lange darüber nachgedacht. Dann hatte sie aber der Französin das entsprechende Stichwort gegeben und somit stillschweigend auch ihr OK für die andere Kategorie von Kunden gegeben. Offiziell gab es so was nicht , aber die Agentur vermittelte sehr diskret speziellen, großzügigen Kunden gegen absolutes Stillschweigen diese Dienstleistung. Das Geld erhielt sie immer vom Kunden direkt in US$ oder € und man hatte sie noch nie betrogen. Ab und zu bekam sie gar noch mehr wie vereinbart war und mittlerweile wusste sie genau, mit was für Leuten sie es zu tun hatte.

Es war anfangs schrecklich, aber quasi über Nacht hatte sie erfahren, wie einfach es war, richtig viel Geld zu verdienen. Ihrer Mutter hatte sie natürlich etwas vorgeflunkert. Keiner ihrer Bekannten oder ihrer Freunde wusste, was sie da heimlich machte und alle fanden es toll, das sie französisch lernte und später eventuell einmal an einer Rezeption in einem der edlen Hotels oder in einem der teuren Büros arbeiten könnte. Für Dominikanerinnen waren das meist Träume, denn die meisten arbeiteten für wenig Geld als Kellnerin oder wuschen die Wäsche, putzten oder kochten in privaten Haushalten.

Janeli hatte zwei eigene Bankkonten, von denen außer der Agentur niemand was wusste und dort hatte sie sich zwischenzeitlich schon eine schöne Summe zusammengespart. Speziell auf ihr Dollarkonto war sie stolz. Finanzielle Sorgen brauchte sie sich seit letztem Weihnachten keine mehr machen. Nur ihr "Alibi - Gringo" machte ihr nun Probleme.

Sie war mit dem Deutschen seit ein paar Monaten mehr oder weniger platonisch liiert, weil ihre Freundin ihr damals geraten hatte, sich jemanden zu suchen, der offiziell als Freund vorgestellt werden konnte. Janeli ging es dabei nicht um sein Geld, sondern, das ihre Mutter und die Bekannten keinen Verdacht schöpfen sollten, falls sie einmal mehr Geld ausgab, als sie eigentlich haben konnte. In dem gutmütigen Erwin hatte sie genau den richtigen Typ gefunden. Er trug sie von Anfang an auf Händen und als sie ihn später probehalber mal um ein paar hundert Euro bat, hatte er ihr die sofort per Western Union geschickt. Damals hatte die Mutter echte gesundheitliche Probleme und Janeli, die Erwin zuvor zuhause eingeführt hatte, hatte der Mama natürlich gesagt, das sie Erwin um das Geld bitten würde. Mercedes war das sehr peinlich und es brauchte einiges an Überzeugung, bis die Mama darauf einging. Ihre Mutter war einfach zu gut für diese Welt. Als das Geld dann am nächsten Tag da war, betrachtete Mutter Janelis Freund praktisch als zukünftigen Schwiegersohn und betete sogar für ihn; in ihr Herz hatte sie ihn schon vorher geschlossen. Seitdem konnte Janeli etwas großzügiger leben und hat unter anderem eine gemütliche Sitzgarnitur für das Häuschen ihrer Mutter gekauft und ein kleines Stück Nachbarland erworben, damit Mercedes mehr Gemüse selber anbauen konnte. Sie meinte immer, das schlechte Zeiten ins Haus stünden und man vorbereitet sein müsse.

Janeli hatte nicht damit gerechnet, das der Mensch ohne Vorwarnung einfach so in Mamas Haus erscheinen würde. Er hatte zwar immer versprochen, so bald als möglich wieder zu ihr zu kommen, aber das er sie überraschen würde, passte ganz und gar nicht in Janelis Konzept. Ausgerechnet jetzt, wo sie richtig viel Geld verdienen konnte ....

Las Terrenas - Samstag, 24. Januar 2004

Die neue Story von Bernd wird in unregelmässigen Abständen fortgesetz und falls sie euch bis jetzt gefallen hat und ihr Erwin & Janelis Abenteuer weiterverfolgen wollt, könnt ihr im Forum nachlesen, wenn es was neues zu lesen gibt.

Im übrigen ist die Geschichte natürlich frei erfunden.