Las Terrenas Report 2007

Auf mancher Webseite ließt man heute noch, das Las Terrenas ein kleines, verschlafenes Fischerdorf auf der Halbinsel Samana sei. Eventuell steckt hinter dieser längst überholten Aussage reines Wunschdenken, oder der Verfasser solcher Texte war schon jahrelang nicht mehr vor Ort. Las Terrenas ist schon seit Jahren ein Ort im Umbruch. Las Terrenas ist heute eine kleine Stadt mit rund 18.000 Einwohnern. Las Terrenas ist direkt mit anderen touristischen Orten im ganzen Land zu vergleichen, wie Sosua und Cabarete an der Nordküste oder Boca Chica und Juan Dolio an der Südküste. Las Terrenas profitiert heute durch den neuen internationalen Flughafen von Samana bei El Catey. Und bald noch mehr durch die fast fertige Autobahn von Santo Domingo nach Nagua. Dadurch verkürzt sich die Anfahrtszeit von durchschnittlich vier Stunden übers Land auf knappe 80 Minuten.

 

Las Terrenas hat nach wie vor traumhafte Strände, die aber längst ihre karibische Unschuld verloren haben. Und Las Terrenas wandelt sich von der einstigen Individualtouristen - Hochburg in eine hoch preisige Residentenstadt. Denn das ist Las Terrenas bereits heute. Menschen aus aller Welt und aus dem ganzen Land haben sich hier niedergelassen,  oder wollen es noch tun. Der Ort explodiert förmlich oder platzt aus allen Nähten. Aus diesem Grund ist es mit der einstigen Beschaulichkeit schon lange vorbei. Hier wird knallhartes Business gemacht und das Tag und Nacht. Eine Hundertschaft von internationalen Geschäftemachern bestimmen heute den einst gemütlichen, karibischen Takt. Und wer da nicht mithält, der hat schon verloren. Das ist auch hier wie überall der Lauf der Welt. Und es war vorauszusehen. Ein solcher Ort bleibt den internationalen und nationalen Glücksrittern nicht verborgen.

Die einen fragen sich längst, wohin das führen wird und andere sind sehr froh darüber. Eines aber ist klar, man kann nicht alles sein. ENTWEDER und ODER verschwimmen hier längst und der Blick geht trotzdem immer nach vorne. Es erinnert mich an einen Song von der NDW Gruppe Fehlfarben, der da einmal lautete „es geht voran!“ Nur, das diese Jungs sangen: Keine Atempause – Geschichte wird gemacht: es geht voran! Hier bei uns in Las Terrenas müsste das eher so tönen: keine Atempause – Business wird gemacht, wer bremst, verliert!

 
Aufschwung ohne Ende ist der Wunsch der Einen, jedoch die Realität hinkt weit hinterher. Eine chaotische Infrastruktur ist die Realität. Es wird geplant und gebaut und fast niemand macht sich Gedanken, das ganze irgendwie zu regeln und in richtige Bahnen zu lenken. Ein jeder ist seines Glückes Schmied und jeder tut das, was er kann. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn richtige Profis sind in Las Terrenas Mangelware. Es gibt ein paar, aber das ist eine kleine Liga für sich. Dafür wursteln tausende an ihrem Traum von einem multikulturellen Las Terrenas und dieser Traum hat tausend Facetten. Neben „edel und teuer“ wuchert „extra billig für einfaches Volk“. Und genau so sieht Las Terrenas heute aus. Ein Flickenteppich der Wagemutigen. Pittoresk könnte man das auch bezeichnen und so wird man es vermutlich in der Zukunft auch nennen. Der dominikanische Zeitgeist regiert einerseits und Beton gewordene Karibikillusionen auf der anderen Seite. Und wenn es geht, immer so günstig wie irgendwie möglich. Was fehlt, ist ein innovativer Städteplaner mit Weitsicht und Kompetenz und vor allem mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen. So entsteht eine einzige karibische Illusion, in der man sich zwar einigermaßen an die paar vorgegebenen Regeln hält, diese aber zu seinen Gunsten Umgeht, wo immer es möglich ist und man ein paar Dollars sparen kann. Schön ist meiner Meinung ganz etwas Anderes. Aber über Geschmack bracht man hier nicht zu diskutieren. Wer zahlt, bestimmt! So einfach ist das. Und schnelllebig ist Las Terrenas auch geworden. Die einstige Gemütlichkeit  eines Fischerdorfes ist der Schlaflosigkeit eines modernen Geschäftszentrums gewichen. Oftmals wenig überlegte Hauruck Aktionen bestimmen das tägliche Leben und das im ganzen Land. Warum sollte es also hier anders sein. Um den scheinbar erreichten Anschluss nicht zu verpassen, macht man hier Nägel mit Köpfen. Das ist Las Terrenas heute!
Neu entsteht derzeit eine aktuelle Las Terrenas Galerie, die hier schon bald verlinkt ist.