SAMANA AUSFLÜGE - Nationalpark Los Haitises *****

Das Höhlensystem des Gebirges wurde schon vor 4.000 Jahren von den Siboney bewohnt. Für die Taino war es Schutz- und Kultort; von den religiösen Zeremonien und Festen künden Fels-Piktogramme und Wandmalereien. Später lockten die Höhlen und labyrinthischen Wasserstraßen Piraten an.
Auch als Schutzgebiet für Flora und Fauna ist Los Haïtises von unschätzbarem Wert: In den dichten Mangrovenwäldern leben über 100 Vogelarten, darunter Hühnergeier, Pelikane, Fregattvögel, Ibisse, Schwalben und Papageien, aus deren Schnabeltaschen die Spanier Stiefel fertigten. Die letzten Seekühe der Welt (manatí) sollen sich hier so erfolgreich verstecken, daß man ungeheures Glück haben muß, um einem Exemplar zu begegnen. Schildkröten, Krebse, Schnecken und Muscheln dagegen sind leicht zu entdecken. Das extrem heiße und feuchte Klima bietet auch Lebensraum für viele Tropenpflanzen, darunter Wasserlilien, Orchideen, Farne, Agaven und zahllose Schlinggewächse.

EIERSCHACHTEL - LANDSCHAFT

HÖHLENSYSTEM

Die berühmteste Höhle des Nationalparks ist die Arena-Grotte in der Bucht von San Lorenzo. Den Eingang (Eintritt 50 RD) »bewachen« zwei in den Fels gehauene Taino-Gesichter, der Boden ist mit Sand bedeckt (span. arena = Sand); die Wandzeichnungen sind oft nur mit Taschenlampe zu erkennen.

Die Indio-Höhle (auch »Eisenbahn«- oder Línea-Höhle genannt) war ein wichtiger Zeremonienplatz der Taino, die ihre Wände mit unzähligen Kohlezeichnungen schmückten: Bilder des Regengottes Boinayel, Darstellungen von Fischen, Vögeln sowie einem Schamanen (behique). Viele dieser Zeichen sind bis heute nicht entziffert worden.

Die Höhle von Willy direkt gegenüber ist nach Willy Simmons benannt, der dort von 1900 bis in die 70er Jahre lebte, sich von Fischen ernährte und mit 114 Jahren starb. Ritzzeichnungen und Bodenbilder belegen die Anwesenheit der Taino lange vor dem »Schwarzen Willy« (schönes Feder-ornament in Eingangsnähe).

In der Höhle San Gabriel wächst ein riesiger, einer Kirchenfigur ähnelnder Stalagmit. In einem anderen, oben offenen Felsraum stößt man unvermutet auf einen 60 m hohen Baum (copey), und in der Cueva del Infierno (Höllenhöhle) staunt man nicht nur über Piktogramme von horntragenden Tieren: Die Einheimischen behaupten, in dieser Höhle habe der berühmte Karibik-Pirat Roberto Cofresí seinen Schatz vergraben.

Lohnend ist ein Abstecher in die Cueva de la Pequera (Fischergrotte). Hier entspringt der kürzeste Fluß der Welt; er mündet nach wenigen Metern ins Meer. Tausende von Schwalben leben in dieser Höhle, in deren kristallklarem Süßwasser man sogar baden kann. Zwischen San Gabriel und der Fischergrotte ragt ein hoher, grün bewachsener mogote aus dem Wasser, auf dem unzählige Vogelarten zuhause sind.

Man sollte auf keinen Fall Touren auf eigene Faust unternehmen - im Mangrovenlabyrinth kann man sich verirren! Und: Die Jugendlichen an der Hafenmole in Sábana und Samaná sind illegale Guides.

Tourinfo

Dauer
1 Tag
Art des Ausflugs
Bootsausflug
geeignetes Fahrzeug
Transfer mit Veranstalter
Zustand der Strecke
Bay von Samana (vorsicht Seekrank)
Verpflegungsmöglichkeit
inklusive, wird organisiert
sonstiges
guter Sonnenschutz, Sonnenbrille, Kopfbedeckung, Handtuch
für Kinder geeignet
nicht unbedingt
Tour organisiert